Bad Hersfelder Festspiele

Zeitlose Machtparabel

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Vor historischen Kulissen der Stiftsruine sind bis August Eigenproduktionen im Bereich Schauspiel und Musical zu sehen.

Bad Hersfeld - „Von Menschen und Mächten“ lautet das Motto bei den Bad Hersfelder Festspielen. Das Freilicht-Theaterfestival wird heute mit einem Klassiker von Friedrich Schiller eröffnet. Von Jörn Perske 

Schiller beschreibt in seinem Trauerspiel „Maria Stuart“ die immer wiederkehrenden Rituale um die Mechanik der Macht, weshalb das Stück heute noch aktuell ist, erläuterte Intendant Holk Freytag, der Regie führt. In den Hauptrollen sind Gerit Kling (Elisabeth) und Marie Therese Futterknecht (Maria Stuart) zu sehen.

Gerit Kling (49), ältere Schwester der TV-Schauspielerin Anja Kling (44), gibt ihr Hersfeld-Debüt. „Ich habe mich noch nie so intensiv auf eine Rolle vorbereitet, habe viele Bücher gelesen, andere Inszenierungen und alle Filme angeschaut“, sagte Kling. „Ich gehe diese Aufgabe gut vorbereitet an. Es ist eine schwere Rolle und ich habe einen großen Anspruch an mich.“

Gezeigt werden vier Premieren in der Stiftsruine. Neben „Maria Stuart“ auch das Familienstück „Don Quijote“ (14. Juni), das Musical „Kiss me, Kate“ (18. Juni) und die Uraufführung der Bühnenfassung von „Die Wanderhure“ (25. Juni). Auf der Bühne im Schloss Eichhof wird das Songdrama „Sekretärinnen“ präsentiert. Ergänzt wird das Programm durch „Das Tagebuch der Anne Frank“ (ab 12. Juni) und die Wiederaufnahme von „Der Name der Rose“ (ab 18. Juli).

Von Menschen und Mächten

Rund 100 Schauspieler treten auf, unterstützt werden sie von etwa 60 Statisten und Mitgliedern des Chorvereins. Intendant Freytag ist es nicht wichtig, Stars zu verpflichten. Dennoch hat er wieder ein starkes Ensemble versammelt. Die Musical-Stars Katharine Mehrling mit Wurzeln in Nidderau und Thomas Borchert bekleiden die Hauptrollen in „Kiss me, Kate“. Im Stück „Die Wanderhure“ spielen die in Büdingen aufgewachsene Andrea Cleven und Julian Weigend die Hauptrollen. Populär wurde Weigend als Thomas Hunger an der Seite von Götz George in „Schimanski“.

Bis zum 3. August stehen mehr als 100 Vorstellungen auf dem Programm. In den sieben Stücken sind 142 Rollen zu sehen. Die 64. Festspielsaison steht unter dem Motto: „Von Menschen und Mächten“. „Immer wieder gibt es sie, die Menschen, die sich über andere erheben und dabei an sich selber scheitern, weil sie ihre Grenzen überschreiten. Friedrich Schiller führt uns zwei Menschen dieser Art vor, die wie keine anderen für Machtmissbrauch und Selbstüberschätzung stehen“, erläuterte Freytag.

Das Freilicht-Theaterfestival ist eines der bundesweit bekannteren Festivals seiner Art in Deutschland. Mittlerweile ist Bad Hersfeld der einzige Standort, der neben den weltberühmten Bayreuther Festspielen überhaupt noch einen finanziellen Zuschuss des Bundes bekommt (150.000 Euro). Alljährlich besuchen 90.000 und 100.000 Gäste das Festival.

dpa

Quelle: op-online.de

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