Vom „Blaublütigen zum Blaupausigen“

Frankfurt - Sie sind bekannt dafür, nur selten Gnade walten zu lassen. Doch als Florian Schroeder und Volkmar Staub in der Alten Oper ihren beliebten Jahresrückblick „Zugabe 2011“ präsentierten, war es so, als wolle der Funke nicht recht überspringen. Von Maren Cornils

Das lag vielleicht mit daran, dass die Saalreihen nur zu drei Vierteln besetzt waren. Aber auch Schroeder schien nicht so gut in Form, wie das Publikum ihn kennt.

An Stoff indes mangelt es den Baden-Württembergern nicht; ganz im Gegenteil. „Mit dem, was 2011 zu bieten hat, hätte man locker drei Programme füllen können“, unkt Schroeder da, um sich mit seinem langjährigem Kabarett-Partner Staub wortreich an den Skandälchen, Krisen und Ereignissen des Jahres zu weiden. Wie nicht anders zu erwarten, gebührt ein Teil des Spotts Karl-Theodor zu Guttenberg, dem Minister, der laut Staub vom „Blaublütigen zum Blaupausigen wurde“. Nicht viel besser kommt der Papst weg, dessen Besuch Schroeder und Staub auf der Bühne nachstellen, um ihn in einem von Stimmenimitator Schroeder perfekt parodierten Auftritt von einer Auflösung der katholischen Kirche fantasieren zu lassen.

Die Euro-Krise wird anschaulich aufs Private heruntergebrochen, ein neuer Trend ausgemacht – „Top-Banker, die Politiker werden. Ich war selten so froh, dass Ackermann Schweizer ist“ – und fleißig über Stuttgart 21 gespottet. Schroeder hat mit einer Mario-Barth-Imitation einen würdigen Angie-Ersatz gefunden. Staub beweist als Ministerpräsident Kretschmann Parodie-Talent.

Die Pointendichte ist hoch. Doch stellt sich die Frage, ob das sonst so sprühende Duo einen schlechten Tag gehabt hat – oder ob es der Zusammenarbeit überdrüssig ist.

Quelle: op-online.de

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