Fulminante Kino-Klänge

  Frankfurt - Man nehme einen erfolgreichen Kinofilm, entferne die Musik-Tonspur und ersetze sie durch ein Live-Orchester: Fertig ist das Erfolgs-Konzept. Von Veronika Szeherova

„Fluch der Karibik – Live in Concert“ füllt die großen Konzertsäle. Das Filmorchester Babelsberg gastierte für zwei nahezu ausverkaufte Auftritte in der Alten Oper Frankfurt – und brachte den Film-Soundtrack sozusagen zurück in seine Heimat: Sowohl Komponist Klaus Badelt als auch Musikproduzent Hans Zimmer sind gebürtige Frankfurter.

Neun Jahre ist es her, dass Captain Jack Sparrow und seine Meute von untoten Freibeutern die Kinosäle enterten. Ein totgeglaubtes Filmgenre erwachte fulminant zu neuem Leben, und die Musik trug ihren Teil zum Erfolg bei. Das Hauptmotiv, mit fetten Streicher- und Bläsersätzen wirkungsvoll aufgeblasen, tauchte längst in anderen Zusammenhängen auf, wie etwa bei Olympischen Winterspielen oder der Fußball-Champions-League. Auszüge des Schaffens von Georg Friedrich Händel und das Piratenlied „Yo ho! A Pirate’s Life For Me“ gehören zu den 15 Titeln des Soundtracks. Der traditionelle Orchesterklang wurde von Badelt um Synthesizer erweitert – und um einen Chor. Definitiv genug Dramatik.

60-köpfige Sinfonieorchester

Wie wichtig die Musik tatsächlich für den Film ist, beweist das Konzert eindrucksvoll. Es gibt kaum eine Stelle, die ohne auskommt. Themen wiederholen sich, aber mit unterschiedlicher Intensität – von zuversichtlich-leichten Violoncello-Solos bis zu bedrohlich-massiven Bläsersätzen. Während im Kino die Musik eher unbewusst wahrgenommen wird, steht sie nun im Vordergrund – im wahrsten Sinne des Wortes: Das 60-köpfige Sinfonieorchester ist vor der Leinwand platziert. Sein Spiel ist genau zu beobachten, und oft bleibt der Blick lieber an den Musikern hängen statt am Film, der im englischen Original mit mäßig übersetzten deutschen Untertiteln läuft.

Doch was Dirigent Helmut Imig, das Filmorchester und die Vokalisten auf die Bühne bringen, ist punktgenau, professionell und fulminant. Das Publikum ist begeistert.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Albrecht E. Arnold

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