Handel sieht digitalen Wandel gemeistert

Ungebrochene Liebe zum Buch

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Der E-Book-Markt in Deutschland wächst zwar kontinuierlich, doch dominiert weiterhin das gedruckte Buch.

Frankfurt - So schnell gehen die Lichter in der guten alten Buchhandlung nicht aus. Die Leser hängen am gedruckten Buch und bescherten dem traditionellen Buchhandel im vergangenen Jahr respektable Geschäfte. Der digitale Wandel kann warten. Von Christian Riethmüller

Das E-Book ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nahmen im Geschäftsjahr 2013 die Verkäufe zu. 3,4 Millionen Menschen kauften 21,5 Millionen E-Books. Trotz dieser Zuwächse ist der Anteil von E-Books am Publikumsmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) aber immer noch überschaubar. 3,9 Prozent am gesamten Umsatz der Branche beträgt nun ihr Anteil (2012 waren es 2,4 Prozent). Das Totenglöckchen für die traditionelle Buchhandlung muss angesichts dieser Zahlen niemand leuten. Der stationäre Buchhandel konnte im vergangenen Jahr nämlich beim Umsatz sogar besser abschneiden als der Online-Handel, wie gestern der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Fankfurt bekanntgab. Insgesamt habe die Branche einen Umsatz mit Büchern im Wert von 9,54 Milliarden Euro verzeichnet und damit nach zwei Minus-Jahren eine kleines Umsatzplus von 0,2 Prozent erzielt.

Der stationäre Buchhandel, der mit 48,6 Prozent fast die Hälfte des Gesamtumsatzes der Buchbranche erzielt, konnte seinen Umsatz um 0,9 Prozent auf 4,64 Milliarden Euro steigern. Der Internet-Buchhandel sank dagegen um 0.5 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro (Umsatzanteil 16,3 Prozent), wie Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins, ausführte. „Die Verbindung von sofortiger Lieferbarkeit, gebundenem Preis und individueller Beratung im Buchhandel ist einzigartig und kaum zu verbessern. Das merken die Kunden“, sagte Riethmüller, der zudem darauf verwies, dass viele Buchhändler sich mittlerweile auf mehreren Vertriebskanälen bewegten.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, lobte diese Strategie. „Das Internet wird nun als Chance begriffen und der digitale Wandel gut gemeistert, während vor einiger Zeit noch die Sorge davor überwog“, spielte er auf den großen Konkurrenten und „Lieblingsfeind“ des Buchhandels, den Online-Konzern Amazon, an. Dessen scheinbar unbegrenztes Wachstum ist zwar beendet, doch kämpft der US-Riese mit harten Bandagen. Skipis sprach in diesem Zusammenhang von „Erpressung“ und „Machtmissbrauch“ Er kündigte an, dass der Börsenverein deshalb derzeit eine Beschwerde beim Kartellamt prüfe, „die wahrscheinlich auch das Haus verlassen wird.“

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Bis dahin kann sich der deutsche Buchhandel über die Treue der Leser zum gedruckten Medium freuen. 68 Prozent aller Käufer gaben an, dass sie ihr Geld am liebsten in gedruckte Bücher investieren. Auch E-Book-Käufer wollen darauf nicht verzichten, wie eine Umfrage des Börsenvereins ergab. Die nutzen die Medien oft parallel. Am besten verkaufen sich übrigens noch immer Belletristik und Ratgeber - auf allen Kanälen.

Quelle: op-online.de

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