Kinderfilmfestival „Lucas“

Freundschaft und Abenteuer

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In Workshops, unter anderem in Offenbach, sammeln Kinder erste Erfahrungen mit der Produktion von Filmen.

Offenbach - Phantasievolle Märchen und packende Abenteuergeschichten verspricht das Programm des 37. internationalen Kinderfilmfestivals „Lucas“. Insgesamt sind 60 Filme aus 26 Ländern vom 21. bis 28. September zu sehen. Von Sabrina Kristen 

Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Thema Flucht und Migration. „Damit wollen wir zeigen, wie tiefgehend der Verlust von Heimat gerade für Kinder und Jugendliche ist. Anbetracht der derzeitigen Nachrichtenlage ein sehr aktuelles Thema“, sagt Festivalleiterin Petra Kappler.

Die ZDF-Märchenproduktion „Das kalte Herz“ wird im Beisein von Hauptdarsteller Rafael Gareisen im Deutschen Filmmuseum uraufgeführt.

Lucas wurde 1974 ins Leben gerufen und ist nach eigenen Angaben das älteste Kinderfilmfestival Deutschlands. Das vorrangige Ziel ist dabei, Mädchen und Jungen zwischen vier und 18 Jahren Einblicke in die Lebenswelt von Gleichaltrigen anderer Kulturen zu geben. „Familie, Freundschaft und Abenteuer sind die zentralen Themen, die sich immer ähneln, auch wenn das kulturelle Umfeld unterschiedlich ist“, so Kappler. In den Kategorien Lang- und Kurzfilm konkurrieren die Beiträge um den mit bis zu 7 500 Euro dotierten „Lucas“-Preis. Gemeinsam mit der Stiftung Sir Peter Ustinov zeichnen die Veranstalter außerdem noch Darsteller und Filmemacher im Jugendfilmwettbewerb aus.

Zu den Vorstellungen reisen Regisseure, Schauspieler, Produzenten und Drehbuchautoren aus 14 Ländern an. Aus Kanada kommt Kinderdarsteller André Kasper Kolstad („Unser Baseballsommer“ 2014, R: Jean Beaudry), und Felix Osinga (12), Darsteller in „Mister Twister“ (2013, R: Barbara Bredero), reist aus den Niederlanden an. Der Hauptdarsteller des Märchenfilms „Das kalte Herz“ (Deutschland 2014, R: Marc-Andreas Bochert), Rafael Gareisen, wird das Publikum bei der Weltpremiere im Kino des Deutschen Filmmuseums begrüßen.

Vier internationale Premieren stehen auf dem Programm sowie 25 Deutschlandpremieren. Aus den USA kommt Regisseurin Marcia Jarmel zur internationalen Premiere ihres Dokumentarfilms „Havana Curveball“ (2014). Shilpa Ranade aus Indien stellt ihren Animationsfilm „Goopi und Baghas Welt“ (2013) vor und lässt ihre Figuren in einem Workshop mit Schulkindern lebendig werden. Von den Philippinen reist Carlo Obispo zur Deutschlandpremiere seines Films „Zone 7“ (2013) an. Die deutsche Regisseurin Cornelia Grünberg präsentiert ihren Dokumentarfilm Achtzehn – Wagnis Leben“ (2011-2014). Auch in Offenbach können Kinder Filme herstellen. Stefan Schomerus, Animationskünstler beim Fernsehsender „Nickelodeon“, bietet im Cinemaxx einen Stopptrick-Workshop an.

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Karten für Einzelbesucher gibt es an der Kasse des Deutschen Filmmuseums, für Schulklassen und Gruppen unter Tel.: 069/961 220 670. Weitere Infos: www.lucas-filmfestival.de

Im Fokus „Migration – Traum oder Trauma?“ diskutiert Regisseur Hüseyin Tabak im Kino des Deutschen Filmmuseums mit den Besuchern über seinen mehrfach ausgezeichneten Film „Deine Schönheit ist nichts wert“ (Österreich 2012). Im Fokus läuft außerdem die norwegisch-deutsch-irakische Produktion „Before Snowfall“ (2013). Der Film beschreibt die Reise eines 16-jährigen Kurden aus dem Norden von Irak nach Oslo. Er hat den Auftrag, einen Ehrenmord an seiner Schwester zu begehen. Darstellerin Bahar Özem berichtet von den Dreharbeiten. In der Jury sitzen neben mehreren Filmexperten auch vier Schüler aus dem Rhein-Main-Gebiet – darunter die elfjährige Maxa Ramonat aus Frankfurt. „Für mich zeichnet sich ein guter Film immer durch mindestens eine lustige Stelle aus. Ich mag es zum Beispiel nicht, wenn Horrorfilme sich selbst zu ernst nehmen“, betont das elfjährige Jurymitglied. Maxas Jurykollege Luis Skalieris hat bereits eigene Bühnenerfahrungen gesammelt – so wirkte der zwölfjährige Frankfurter als Komparse in einigen TV- und Filmproduktionen mit.

Alle Filme werden in der Originalsprache gezeigt und englisch untertitelt. Für Schulklassen wird der Text live in Deutsch eingesprochen. Veranstaltungszentrum ist das Deutsche Filmmuseum, das Cinestar Metropolis in Frankfurt sowie das Cinemaxx Offenbach.

Quelle: op-online.de

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