Geisterbahn im Theatersaal

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Von dieser Theaterarbeit zu berichten bedeutet, jedem Besucher einer künftigen Vorstellung die Spannung zu nahmen. „Everything is Flux Redux“, die neue Arbeit des Theaterkollektivs Monster Truck im Frankfurter Mousonturm, baut auf Überraschungsmomente.

Frankfurt - Von dieser Theaterarbeit zu berichten bedeutet, jedem Besucher einer künftigen Vorstellung die Spannung zu nahmen. „Everything is Flux Redux“, die neue Arbeit des Theaterkollektivs Monster Truck im Frankfurter Mousonturm, baut auf Überraschungsmomente. Von Stefan Michalzik

Der Beginn erinnert an eine Fahrt in der Geisterbahn. Das Foyer ist nebelverhangen, ein maskierter Türwärter gewährt grüppchenweise Einlass. Zu zehnt findet man sich wieder in einer düsteren Kabine, die über einen Parcours zu einer Zielstation in ferner Zukunft führt. H.G. Wells’ „Zeitmaschine“ stand Pate. Wir schreiben das Jahr 802701 und sehen uns eingepfercht in ein Verlies. Auf dem Gitterboden über den Köpfen fahren merkwürdige Wesen mit Rollwagen und Dreirädern umher. Sie geben sich als freundlich zu erkennen. Weintrauben sind aufgehängt, Ketten mit Cocktailwürstchen werden durch die Gitter gereicht.

Irgendwann stellt sich heraus, dass es keine friedlichen Verhältnisse sind, unter denen dort oben gelebt wird. Es gibt Herrscher und Beherrschte und so etwas wie Gladiatorenkämpfe. Dann fallen die Wände, wir können frei umhergehen. Eine wandelnde Freiheitsstatue tritt in Erscheinung, in einem Kleid aus Salamischeiben. Im Foyer warten fünf hungrige Hunde mit ihren in Andenponchos gehüllten Haltern.

Eine Abenteuerreise im Theatersaal. Ansprechend, durchaus. Und deutungsoffen. Mit Musiktheater hat es nichts zu tun. Die technoide Musik von Bülent Kullulci verhält sich wie ein Soundtrack, die stoffliche Grundlage erscheint dünn. Auf den ersten Blick jedenfalls.

Quelle: op-online.de

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