Dieburg

Globale Erderwärmung und ein Pfarrer-Bodyguard

Ein volles Programm vor vollem Haus hatte die katholische Pfarrgruppe Dieburg am Samstagabend im Ringerheim zu bieten. Gut 200 Besucher amüsierten sich bei der Dieburger Pfarrfastnacht bestens, humorvolle Redebeiträgen wechselten sich mit schwungvollen Gesangsbeiträgen ab.

Dieburg (mag) - Und zwischendurch wurde kräftig geschunkelt, wobei das Publikum lautstark bewies, dass es der guten alten Dieburger Fastnachtslieder mächtig ist.

Eröffnet wurde der fastnachtliche Reigen durch den Dieburger Fanfarenzug. Anders als bei den gängigen Sitzungen, führte ein „Dreigestirn“ durch das Äla-Programm. Musikalisch begleitet von Lothar Oberle und Werner Utmelleki übernahmen Christiane Bubach, Claudia Schöning und Rosi Müllens die Aufgaben des klassischen Elferrates.

Das Protokoll wurde gar von einer „vornehmen Dame“ vorgetragen. Im Gewand einer Freiherrin von Fechenbach ließ Dr. Harald Schöning das vergangene Jahr Revue passieren.

Vorwiegend die Geschehnisse in der Pfarrgruppe betrachtete er durch die närrische Brille. So bekam Pfarrer Alexander Vogl manch verbale Spitze ab. Diesem, berichtete die „vornehme Dame“, hätten die Messdiener Wein zum Händewaschen gegeben. Und für die kühlen Temperaturen in der Kirche hatte „sie“ auch eine Erklärung parat: „Globale Erwärmung gibt es bei uns nicht. Ich sag es kurz und knapp - der Lack, der iss ab.“

Mit zwei Redebeiträgen waren die Nachwuchskarnevalisten des Karnevalvereins zu Gast. Mareike Stemmler erzählte von dem Ärger mit ihrer großen Schwester, Beatrice Blank sinnierte in der Bütt darüber, was sie täte, „wenn sie schon 20 wär`“.

Der „Fastnachtskammerchor“ brachte mit seinen Liedern mächtig Schwung in die Bude und erhob Pfarrer Richard Neumann kurzerhand in den Bischofsstand. Unter dem Jubel des Publikums stand ihm die Bischofskluft gar nicht schlecht.

Witze gab Betty Dirb zum Besten, Achim Weißbäcker führte die katholischen Narren auf eine Reise nach Assisi.

Und auch Pfarrer Alexander Vogl tauschte einmal mehr die Kanzel gegen die Bütt aus und präsentierte den Vortrag „Security“. Wie im Vorjahr brachte er sein Publikum zum Toben, dieses Mal als leibhaftiger Bodygard.

Ein echter Knaller waren Margot Schwarz und Richard Stix. Es blieb kein Auge trocken, als sie die Beschwerden des Alters in feiner Rhetorik beleuchteten: „Do dutt mer`s wäi, un do dutt merr`s wäi, un alles, was schäi woar, dess koann merr nit mäi!“ Mechthild Pfeil wurde los, „was emool gesagt werden muss“, Rosi Müllens berichtete von ihrer „Frühschicht“.

Zum Finale traf die Gesangsgruppe „Wein trifft Musik“ mit ihrer Fastnachtslitanei den richtigen Ton, um die Pfarrsitzung würdig zu beschließen. „Mit viel Witz wurd` gefeiert auch in diesem Jahr, mal nit mit Amen, sondern viel Dibborsch Äla.“

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