„Übersetzer“ Henni Nachtsheim

Kinderbuch ins Hessische übertragen

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„Übersetzer“ Henni Nachtsheim und Autor Werner Holzwarth bei der Buchpräsentation in Hanau.

Hanau - Werner Holzwarths Geschichte vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat, wurde in 27 Sprachen gedruckt und ist in einer Gesamtauflage von drei Millionen Exemplaren erschienen. Von Dieter Kögel

Sogar ins Chinesische ist das 2011 erschienene Buch „Kleeorg und Kleeopatra“ übersetzt worden. Jetzt erscheint es auch noch in deutschen Dialekten. Für Hessen hat der Hanauer Cocon Verlag den Zuschlag bekommen, und der wiederum konnte recht problemlos Bernd Knebel und Henni Nachtsheim vom Comedy-Duo Badesalz als „Übersetzer“ für das ursprünglich im Hochdeutschen verfasste Kinderbuch gewinnen, das wie der Maulwurf auch von den bezaubernden Illustrationen Henning Löhleins lebt.

Verlegerin Annette Schulmerich stellte in der Remisengalerie des Hanauer Kulturvereins die Neuerscheinung vor, und die Gäste hatten ihre helle Freude an der Präsentation von Autor Holzwarth und dem Hessisch-Experten Henni Nachtsheim. Aus „Kleeorg und Kleeopatra“ sind im Hessischen „Kleemil und Kleemilie“ geworden, die Gespräche zwischen den Kleepflänzchen auf der Wiese fallen deftiger aus, und Henni Nachtsheim genießt es richtig, den Protest von „Kleeorsch“ gegen das vermeintliche Vorurteil zu formulieren, das vierblättrige Kleeblätter zu Glücksbringern macht. „Aa Bladd mehr habbe die und sonst nix, ferdisch! Des is noch lang kaan Grund, da de Dicke zu mache!“

Henni Nachtsheim und Rick Kavanian im Interview

Aber nicht nur die Hessen kommen in den Genuss, Werner Holzwarths Geschichte in ihrem eigenen Dialekt lesen zu können. Zeitgleich ist das Büchlein in acht deutschen Verlagen in landessprachlicher Übersetzung erschienen. Dafür verantwortlich sind Verlage, die wie der Hanauer Cocon Verlag der „Regionalbuch AG“ angeschlossen sind, eine bundesweite Vereinigung von Verlagen, die sich insbesondere auch dem Erhalt der regionalen Identität verschrieben und das Thema „Regionalia“ im Verlagsprogramm fest verankert haben. Grund genug für den Main-Kinzig-Kreis, den Cocon Verlag mit dem Kulturpreis für das Jahr 2013 auszuzeichnen.

Nicht nur das ist für Verlegerin Annette Schulmerich ein Glück. Auch dass die Anfrage an das Duo Badesalz für die Hessischübersetzung des Buches problemlos und positiv über die Bühne gegangen sei, wird im Verlag als „Glück“ empfunden. Für Henni Nachtsheim eher eine Selbstverständlichkeit. Seine Töchter seien mit der Geschichte vom Maulwurf oft genug in den Schlaf gewiegt worden. „Das möchte ich gern zurückgeben.“ Die Übersetzung jedenfalls war für Badesalz eine „große Freude, denn das passt zu uns.“ Wobei Glück relativ ist, wie Autor Werner Holzwarth anmerkte. Denn wenn man einen Reifenplatzer bei 180 Stundenkilometern überlebt und es dann heißt, dass man Glück gehabt habe, könne das durchaus in Frage gestellt werden. Denn eigentlich wäre es Glück gewesen, wenn es keinen Reifenplatzer gegeben hätte. Und da schließt sich der Kreis zu „Kleemil und Kleemilie,“ dem launigen Büchlein vom vermeintlichen und echten Glück.

Matthias Schweighöfer und Badesalz

Quelle: op-online.de

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