1980 war Zimmern kerblos

+
An die Gründung des Kerbvereins vor 30 Jahren erinnerte bei der akademischen Feier der erste Vorsitzende Thomas Beutel.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Zimmern kerblos, das kann sich im Moment, kurz nach dem Ende des diesjährigen Festes, wohl kaum jemand vorstellen. Und doch ist dies genau im Jahr 1980 geschehen und es ist nur der Initiative einiger Weniger zu verdanken, dass dieses Zimmerner Nationalfest heute so groß gefeiert wird.

Bereits 1976, zur 700-Jahrfeier gelang es nur auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Walter Thünken, eine Kerb mit Kerbborschte auf die Beine zu stellen“, erklärte der Kerbvereinsvorsitzende Thomas Beutel am Sonntag im Glöckelchenkeller. 30 Jahre ist der Verein just an diesem Tag geworden, Anlass für eine kleine akademische Feier und einen Umtrunk.

Weil sie den Abwärtstrend der Kerb stoppen wollten, gründeten elf Männer im Jahr 1980 den Kerbverein. Doch auch dazu wäre es fast nicht gekommen, weil Heinz Held, Mitinitiator und danach 20 Jahre Vereinsvorsitzender über die geringe Resonanz bei der ersten Sitzung so enttäuscht war, dass er fast das Handtuch geworfen hätte.

Letzte kleine Krise war vor zehn Jahren

Nur weil der mittlerweile schon verstorbene Georgi Reitzel Held überredete, den Verein doch zu gründen, besteht er heute in der Form, wie die Zimmerner ihn kennen und schätzen.

Über mangelnden Zuspruch kann sich der Verein heute nicht mehr beklagen, auch wenn es im Jahr 1990 noch einmal eine Krise und den Antrag gab, den Verein aufzulösen.

Heute ist der Verein aus Zimmern nicht mehr wegzudenken“, erklärte Beutel. Man müsse sich aber auch den aktuellen Herausforderungen stellen. Dies bedeute auch, mit der Zeit zu gehen und das Fest zu modernisieren, aber trotzdem die traditionellen Eckpfeiler zu erhalten - ein Spagat, der nicht ohne Reibungspunkte auch innerhalb des Vereins zu bewerkstelligen sei.

Kondition und Disziplin gefragt

Beutel verwies noch auf ein zweites Standbein der Kerb, nicht so spektakulär und im Blick der Öffentlichkeit, nichts desto trotz sehr wichtig: Das historische Archiv mit mittlerweile 3 000 Fotos liegt in den Händen des Kerbvereins, dank der Zusammenarbeit mit dem Glöckelchenverein konnten inzwischen größere Teile des umfangreichen Materials digitalisiert werden.

Dem jungen Verein mit seinem jungen Vorstand gratulierte Bürgermeister Achim Grimm, der die Einschätzung von Beutel teilte, dass ohne den Kerbverein dieses traditionsreiche Heimatfest wohl gestorben wäre.

Ortsvorsteherin Katharina Geibel konnte sich als Zugezogene Zimmernerin ihre neue Wahlheimat ohne die Kerb gar nicht vorstellen. „Heute braucht man Kondition und Disziplin, um das fünftägige Fest zu feiern und durchzustehen“, resümierte Geibel.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare