2013 wieder in die Mitte

Groß-Zimmerrn - Verödende Innenstädte, wer kennt das nicht. Leider ist auch Groß-Zimmern nicht frei von dieser Erscheinung, Gewerbetreibende im Ortskern können ein Lied davon singen. Von Ulrike Bernauer

Ein großer Erfolg waren im vergangenen Jahr die Veranstaltungen in der Jahnstraße, bei denen sich Gewerbetreibende und Geschäfte vorstellten, aber auch Stände und Buden die Straße belebten.

Möglich wurde das einwöchige Fest mit vielen Veranstaltungen auch durch den Gewinn beim hessenweiten Wettbewerb „Ab in die Mitte“, der 7400 Euro für die Festwoche zur Verfügung gestellt hatte.

Auch in diesem Jahr will Groß-Zimmern wieder teilnehmen. Tobias Lauer von der Projektwerkstatt der Sozialen Stadt meint, die Chancen stünden gut, ein weiteres Mal Fördergelder zu erhalten. Die kommen hauptsächlich von Sponsoren, die Gemeinde müsste lediglich zehn Prozent der Mittel bereitstellen.

Alter Ortskern soll Schwerpunkt sein

Am Montagabend trafen sich in den Räumen der Projektwerkstatt einige interessierte Bürger, um sich über das Thema der diesjährigen Beteiligung zu unterhalten.

Bot im letzten Jahr „Zimm’ner Stoff“ den Anknüpfungspunkt, so würde man das in diesem Jahr gerne wieder aufnehmen. Schwerpunkt sollte aber der alte Ortskern mit seinen Plätzen und Hofreiten sein.

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„Ab in die Mitte 2013“

Ausgangspunkt einer Veranstaltungsreihe könnte der Rathausplatz sein. Für die von Zimmernern wenig genutzte „Gute Stube“ wurden im laufenden Haushaltsjahr Mittel von 10 000 Euro zur Planung einer möglichen Umgestaltung eingestellt, wie Bürgermeister Achim Grimm mitteilte.

Im Rahmen von Wettbewerbsveranstaltungen könnten Bürger Vorschläge für eine Neugestaltung des Roten Platzes einbringen. Den Jahrmarkt der Vereine könnte man als Startpunkt für die Veranstaltungsreihe nehmen, so die Idee der Diskutanten. Den Schlusspunkt könnte der Kürbismarkt setzen. Im Gespräch war auch wieder ein historischer Rundgang, ein solcher ist beim Jahrmarkt der Vereine schon vom Glöckelchenverein geplant. Hier könnte man den Ortskern aufsuchen, was auch für die italienische Delegation aus der Partnerstadt Rignano sull’ Arno interessant wäre, die zu diesem Zeitpunkt nach Zimmern kommen will.

Dabei könnten sich auch einige Hofreiten präsentieren und Einblicke gewähren, die man sonst nicht hat.

Initiative KunstGenuss

Ein Schwerpunkt könnte der Dresselhof sein, der mit seinem Geschäft und der Gastronomie schon jetzt viele Leute in seinen Innenhof lockt. Warum sind Hofreiten so beliebt, war eine Fragestellung. Sie bieten eine Rückzugsmöglichkeit und Geborgenheit, so die Assoziationen der Runde. Es lässt sich gut in ihnen wohnen, sei es im Kleinen als Familie oder in Großen als Gemeinschaft.

Der umbaute Raum biete das Gefühl, nach Hause zu kommen. Denkbar sind auch Partner für die Veranstaltungen. So fiel den Teilnehmern der Montagsrunde neben den zahlreichen Einzelkünstlern, die in Zimmern wohnhaft sind, auch die Initiative KunstGenuss ein, die mit ihren zweimal jährlich stattfindenden Märkten immer viele Besucher anzieht.

Die Wettbewerbsbefürworter konnten sich auch eine Aktion vorstellen, in der im Lokalanzeiger wöchentlich Fotos mit Details von Gebäuden des alten Ortskerns vorgestellt werden. Die Leser könnten dann versuchen, herauszufinden, wo sich dieses Detail befindet, in der nächsten Ausgabe des Zimmerner Blättchen stünde dann nicht nur die Auflösung, sondern auch einige Informationen zum Gebäude.

Um den Bogen zum letztjährigen Thema „Stoffe“ zu schlagen, kam einigen Teilnehmern die Idee, Teile des Rathauses oder auch des Platzes mit Stoffen zu verhüllen. An die vielen Fertigungsstätten von Stoffen oder Strickwaren könnte eine Ausstellung im Rathaus erinnern.

Einige Veranstaltungen des letzten Jahres, die gut gelaufen sind, könnten auch durchaus wiederholt werden, wie zum Beispiel der Flohmarkt in der Jahnstraße.

Lauer hat nun die dankbare Aufgabe, die vielen Ideen in ein Wettbewerbskonzept zu gießen, denn bis zum Anmeldeschluss im Februar ist nicht mehr viel Zeit.

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