Spendenaktionen dürfen jetzt nicht nachlassen.

250 000 Euro kostet die Orgel

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So wird die neue Orgel aussehen. Pfarrer Christian Rauch freut sich über das große Plakat und vergewissert sich, dass es gerade hängt.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Das Geheimnis ist gelüftet: 250 000 Euro wird die neue Orgel für die katholische Kirche kosten. Am Palmsonntag informierten Pfarrer Christian Rauch und Manfred Göbel, Vorsitzender des Orgelfördervereins, in der Kirche über den Fortgang der Anschaffung des neuen Instrumentes.

„83 000 Euro sind inzwischen in der Orgelkasse, 150 000 Euro, also 60 Prozent der Gesamtkosten, müssen wir zusammen haben, um die Orgel bestellen zu können“, sagte Göbel. Der Verwaltungsrat der Gemeinde hat sich nach Beratung durch den Orgelsachverständigen Nicolo Sokoli für die Werkstatt Eule in Bautzen entschieden.

Die erfreuliche Nachricht: 632 der alten Pfeifen können wiederverwendet werden. Sie stammen vom Originalinstrument von 1908, das Michael Körfer aus Gau-Algesheim in die neugotische Pfarrkirche einbaute. Bei der Sanierung der Orgel 1979 führte Geldnot zu einer sparsamen Ausführung des Gehäuses und der Technik. Die neue Orgel soll wieder den ursprünglichen Standort einnehmen. Zweigeteilt wird sie sein. Rechts und links um das Westfenster werden die 1 191 Pfeifen Platz finden. „Die neue Orgel passt sich in den Kirchenraum ein und bereichert ihn durch eine schwungvolle, schöne, äußere Gestaltung, statt sich in der Turmkammer zu verstecken“, führte Göbel aus. Die Aufstellung lasse zudem genügend Platz für den Kirchenchor.

Göbel freut sich über die große Klangfarbigkeit und Variabilität des Instrumentes, das es ermöglicht, einen Solisten, aber auch einen Chor harmonisch zu begleiten. Ob sich Erweiterungsmöglichkeiten später umsetzen lassen, wie etwa drei zusätzliche Register oder ein Schwellkasten, der die dynamische Beeinflussung der Klangstärke ermöglicht, steht noch in den Sternen.

Jetzt geht es erst einmal darum, den „Wasserstandspegel“ der Spendenkasse zu erhöhen. Obwohl es erstaunlich ist, dass der Orgelförderverein in zwei Jahren dank vielfältiger Aktionen, die hohe Summe von 83 000 Euro zusammen bekam, kann er in seinen Bemühungen nicht nachlassen.

Nach Orgelbrot (Bäcker Nennhuber), Pizza d’Organo (Bei Nico), Orgelfleischwurst (Metzger Bach) und Orgelwein (Getränkehandlung Edling) gibt es aktuell Orgelspeisen beim Limoncello.

Aber die neue Orgel kann auch weiterhin ohne den Verzehr von Speisen oder Getränken ganz unmittelbar unterstützt werden., so wie es etliche Vereine und Gruppen mit teilweise erheblichen Einzelspenden schon getan haben.

Patenschaften für insgesamt rund 1 000 Pfeifen zum Preis von zehn Euro bis zu 500 Euro können die Zimmerner übernehmen. Als Dank gibt es eine Urkunde und den Eintrag in ein Orgelbuch.

Pfarrer Rauch konnte sogleich die freudige Botschaft verkünden, dass die Radlerfrauen um Lioba Nennhuber eine Pfeife zum Preis von 100 Euro „gekauft“ haben.

Claudia Unterleider und Helmut Kriha konnten sich über mangelndes Interesse nach dem Palmsonntags-Gottesdienst nicht beklagen. Sie hatten ihren Tisch vor der Kirchenpforte aufgestellt und gaben Urkunden für etliche Patenschaften aus, zumeist im Wert von zehn Euro.

In der Kirche wird man künftig verfolgen können, welche Pfeifen verkauft sind. Auf einem großen Plakat, auf dem die Klangkörper je nach Preis farblich unterschiedlich dargestellt sind, werden die Pfeifen, für die schon eine Patenschaft übernommen worden ist, künftig durchgestrichen.

Vereine oder Unternehmen, die eine größere Patenschaft übernehmen, kommen auch auf ihre Kosten. Sie können laut neuem Orgelfördervereinflyer die Patenschaft für eine Manualklaviatur für 1 500 Euro, einen Balg für 3 000 Euro oder für ein Gehäuse für 5 000 Euro übernehmen.

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