3 978 Runden für die Orgel

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Laufen für die neue Orgel: Insgesamt machten sich 197 Teilnehmer auf die Strecke.

Groß-Zimmern ‐ Noch 15 Minuten sind es am Samstag- nachmittag bis zum Start des Sponsorenlaufs. Im Hof von St. Bartholomäus herrscht dichtes Gedränge. Auf einer Bank sitzt Katharina Geibel: „Ich bin seit zehn Jahren keine Inliner mehr gefahren”, sagt die Vorsteherin des Gemeindeparlaments und stülpt sich die engen Schutzhandschuhe über. Wie sie sagt, sei das Joggen nicht ihr Metier, vielmehr das Schwimmen. Von Michael Just

Da das nasse Element aber nicht zur Verfügung steht, hat sie sich für die Schuhe mit den kleinen, schnellen Rollen entschieden. „Für diese tolle Aktion verlange ich heute einfach mal einen Schutzengel”, ergänzt sie lachend und rollt zu einer Übungsrunde davon. Ob mit Inlinern, als Walker oder ganz klassisch als Jogger - zum Sponsorenlauf am Samstagmittag war jeder Teilnehmer willkommen. Organisator war der Orgelförderverein, der sich von der Aktion einen weiteren großen Schritt erhoffte, das Mammutprojekt von mehreren zehntausend Euro möglichst bald finanziell schultern zu können. Der Sponsorbetrag war jedem Aktiven freigestellt, Minimum war ein Euro pro Runde. Die Strecke von 350 Metern führte rund um die katholische Kirche und war von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Kurz vor dem Startschuss hat sich bereits eine stattliche Anzahl von Läufern versammelt, die der „Trommeldonner” der Albert-Schweitzer-Schule begrüßt.

Für zusätzliche Motivation sorgt der Ehrenpokal von Bürgermeister Achim Grimm für den Teilnehmer mit den meisten Runden. Alle Starter haben einen „Laufzettel” um den Hals, auf dem Name, Alter und der Sponsorbetrag vermerkt sind. Auffallend ist die große Gruppe mit den grünen T-Shirts: Es sind die Messdiener, die mit Gastwirt Nico Bruzzese einen besonders spendablen Sponsor in petto haben: Für jede gelaufene Runde Runde zahlt der einen Euro. Bei 26 Läufern kommt da schon im Vorfeld ein nettes Sümmchen zusammen.

Unter das Teilnehmerfeld gesellte sich ein Hund

Den fast sensationellen Betrag von 50 Euro pro Runde weist Pfarrer Christian Rauch auf: Er hatte sich die Unterstützung von Prinz Michael von Anhalt gesichert. Der Fitnessstudio-Besitzer zeigte sich auch mit einer Reihe von weiteren Preisen, die abends unter allen Teilnehmern verlost wurden, äußerst großzügig.

Überall ist die begeisterte Anteilnahme am Sponsorenlauf zu spüren, auch beim zweijährigen Leon. An der Hand von Papa Gerald von Schumann weist sein Schild zehn Euro pro Runde aus. Die Frage an den Knirps, wieviele Runden er rennen - oder besser gesagt gehen - will, beantwortet er damit, dass er Daumen und Zeigefinger hochhebt. „Das bedeutet zwei Runden”, erklärt sein Vater.

So verwundert es nicht, dass Sponsorenlauf-Moderator Friedrich Faust am Abend nach dem Rennen ein hoch zufriedenes Fazit zieht: „Wir hatten 197 Teilnehmer, darunter sogar einen Hund. Die Zahl ist Wahnsinn und hat alle Erwartungen übertroffen”, kann er beim gemütlichen Beisammensein, das der Bläserchor musikalisch untermalt, berichten.

Messdiener kamen auf über 900 Runden

Sage und schreibe 3 978 Runden wurden gelaufen, die Messdiener schafften davon alleine 909 Runden. Der erzielte Betrag steht laut Faust noch nicht ganz fest, man könne aber von mehreren tausend Euro ausgehen. Großen Anteil daran hatten nicht zuletzt die Gruppen: Neun waren insgesamt gemeldet, darunter die CDU, die Kirchenspatzen, die Pfadfinder, die Firmlinge oder die Jugendwehr Klein-Zimmern. Pfarrer Christian Rauch, der 30 Runden schaffte, lobte vor allem die Kinder, die sich in großer Zahl beteiligten.

Einige hätte man aufgrund ihres enormen Eifers wegen der Hitze regelrecht bremsen müssen. So blieben die Schüler Carolin Beckmann (10) und Sebastian Wöhl (13) nahezu die ganzen vier Stunden auf der Strecke und erzielten als kleine Laufwunder 70 beziehungsweise 97 Runden.

Als jüngster Läufer wurde mit einem Geschenk der 18 Monate alte Lukas Seib geehrt, der eine Runde schaffte.

„Macht weiter so“

Der älteste Läufer war Werner Leinen mit 82 Jahren und zehn Runden. Mit dem Rentner hatte es eine besondere Bewandtnis, denn der war an diesem Wochenende in Groß-Zimmern nur zu Besuch. Wegen der Firmung am Sonntag führte sein Weg von Saarlouis an die Gersprenz. Über den Sponsorenlauf zeigte sich Leinen begeistert: „Ich gratuliere dem Pfarrer zu dieser aktiven Gemeinde und der Gemeinde zu diesem aktiven Pfarrer”, sagte er respektvoll. Hier trage vorbildlich einer des anderen Last und im umgekehrten Sinne auch einer des anderen Freud`. Mit den Worten „Macht weiter so!”, bedankte er sich für einen außergewöhnlichen Tag.

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