Woody Feldmann nimmt Dinge des Alltags aufs Korn

„Aafach des Hern daham gelaase“

Hüllenloser Humor: Woody Feldmann sorgte mit ihrer spritzigen Ein-Frau-Show für Zwerchfellalarm in der Rad- und Rollsporthalle. Foto: Friedrich

Groß-Zimmern - Tabuzone für Comedymuffel! Wer sich zu diesem Gast des Schwarzen Bocks am Wochenende in die Rad- und Rollsporthalle verirrte, musste zwei Stunden geballten Humor „ertragen“. Woody Feldmann kam, schnodderte, stichelte, sang, begeisterte. Von Ursula Friedrich

Selbst schlecht gelaunte Zeitgenossen riss diese muntere „Gehirnwäsche“ von den Sitzen. Die One-Women-Show in der „Bockarena“ sorgte an zwei Abenden für ausverkauftes Haus.

Feldmann, die bereits im April des Vorjahres beim Schwarzen Bock für einen vollen Saal und Zwerchfellalarm sorgte, präsentierte sich einmal mehr als herzerfrischendes Energiebündel.

Nur 158 Zentimeter groß, entfachte die dresolute Person ein Feuerwerk im Saal. Ihr humorvoller Ausflug von der heimischen Metzgereitheke bis zum Schweinemett ins türkische Side, von Wechseljahren über Gewichtsprobleme und der Schnakenplage in ihrer Heimat, dem hessischen Ried, führte zu ungeheuren Turbulenzen im Publikum. Da blieb kein Auge trocken, kein Bauchmuskel ungefordert.

Woddy Feldmann, die mit Selbstironie nicht geizt („des klaane Gerät“ münzt sie auf die eigene Person) bestach einmal mehr durch ungeheures Improvisationstalent.

Ihr Werkzeug ist ihr Charisma, eine tüchtige Portion „Haare auf den Zähnen“ und die Gabe, scheinbar konzeptlos mit dem Publikum auf Lachsafari zu gehen.

Herzerfrischend, ohne Schnörkel oder zu hohen Anspruch, knallhart und „frei Schnauze“.

Die eher trivialen Dinge des Alltags sind ihr Revier, in dem sie ohne Rücksicht auf Verluste von der Geheimratsecke bis zum Leberwurstaroma über ihr Publikum herfällt. Mit vermeintlich einfachsten gesanglichen Mitteln, der Abba-Persfilage „Tupperdos´“, gelingt es der gelernten Einzelhandelskauffrau, Massen zu bewegen. Dass dieses Talent nicht ohne Folgen bleibt, ist klar. Ganze Stuhlreihen waren von Woody-Fanblocks aus anderen Gemeinden reserviert, als der Gast aus dem hessischen Ried erneut beim Schwarzen Bock gastierte. Die „Woody“-Dosis des Vorjahres mit nur einem Gastspiel musste so folglich verdoppelt werden. Trotz des Aufwandes als guter Gastgeber hatten sich Bock-Chef Roland Cöster und Co hier selbst zwei tolle Abende spendiert.

Ganz nach Feldmann-Devise: „Aafach ma des Hern daham gelaase und Spass gehabt.“

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