SPD-Genossen streben Regierungsverantwortung an

Abgewatscht

Die SPD-Landtagsabgeordnete Heike Hofmann warb für Demokratie und poltischen Umschwung.

Groß-Zimmern (ula) J  Mit ein paar saftigen „Watschen“ an die hessische Landesregierung stimmten die Redner in der Mehrzweckhalle am Sonntag ihre Ouvertüre für das Jahr 2012 an.

„Der Kreis profitiert null vom 300-Millionen Rettungsschirm des Landes“, sagte Landrat Klaus Peter Schellhaas beim SPD-Neujahrsempfang empört.

Lediglich Weiterstadt hätte Chancen auf Geld aus dem Hilfspaket, das zur Stabilisierung der Finanzsituation in hessischen Städten und Gemeinde geschnürt wurde. „Welche Kommune wieviel erhält, wird nach Bedürftigkeit entschieden“, heiße es in der Halbzeitbilanz der Landesregierung zum „Rettungsschirm für die kommunale Familie“ lapidar. Eine Aussage, die an der Basis nur Unverständnis ernte. „Der Rettungsschirm ist ein löchriger Knirps“, sagte Gastrednerin Heike Hofmann, die seit Oktober 2000 die Interessen des Landkreises für die Genossen im Landtag vertritt. Ihr Rezept, „die Kommunen in solide finanzielle Verhältnisse zu bringen“, heißt unter anderem: „Höher Verdienende stärker zur Kasse bitten!“. Landrat Schellhaas fügte der finanzpolitischen Komposition des Vorjahres einen weiteren Akt hinzu. Investitionen in Schule, Gesundheit und die Stärkung des sozialen Netzes im Bereich des Ehrenamtes sind auch in diesem Jahr Schwerpunkte der Kreispolitik.

Vor Ort zeigte sich die SPD kämpferisch, um den politischen Wechsel herbeizuführen. „Die Regierungsgeschäfte wieder übernehmen“, stimmte Zimmerns Parteichef Stefan Fröhlich schnörkellos sein Lied an. Nach dem klaren Kommunalwahlsieg der Union 2011 und der eindeutigen Bürgermeisterwahl zu Gunsten von Amtsinhaber Achim Grimm (CDU) setzen die Genossen auf neue Stärken und soziale Inhalte.

„Die SPD hat sich 2011 neu aufgestellt. Viele junge Menschen sind in unserer Partei und in Vorstands- und Parlamentsarbeit engagiert“, so Fröhlich optimistisch. Auch er stieß krätig ins sozialpolitische Horn. „Eine bessere Kinder- und Jugendbetreuung, der Erhalt des Hallenbads, die Verbesserung der Finanzsituation und die Förderung der lokalen Wirtschaft, sowie der Schutz der Umwelt“, formulierte der Parteivorsitzende die Inhalte. Teilweise habe die SPD - trotz Oppositionsschicksal - Erfolge errungen. So etwa beim geplanten Neubau einer Kindertagesstätte auf dem Festplatz. Um ihre Ideen stärker in die Bürgerschaft zu tragen, plant die SPD ein weiteres Indoorspielfest für Samstag, 3. März, und eine Veranstaltung zur Rettung des Hallenbads.

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