Achim Grimm schafft auf Anhieb Mehrheit

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Glückliche Wahlsieger: (von rechts) Bürgermeister Achim Grimm mit Ehefrau Anke, Friedrich Faust und MDL Manfred Pentz.

Groß-Zimmern ‐ Bei der Podiumsdiskussion mit dem Lokal-Anzeiger am Dienstag hat Bürgermeister Achim Grimm (CDU) bereits angekündigt: „Es wird keine Stichwahl geben.“ Bei insgesamt sechs Kandidaten fanden viele diese Prognose mutig, manche sogar überheblich. Doch am Ende sollte Grimm Recht behalten. Von Gudrun Fritsch

„Eigentlich habe ich das selber nicht so recht geglaubt“, erklärt der wiedergewählte Bürgermeister am Wahlabend. „Ich bin superglücklich und überrascht von dem eindeutigen Ergebnis. Bei so vielen Herausforderern ist das ein sehr großer Vertrauensbeweis seitens der Wähler. Damit gehe ich jetzt natürlich auch hochmotiviert in die zweite Amtszeit.“

Bei der Bürgermeisterwahl 2005 hatte Grimm (CDU) den damaligen Amtsinhaber Dieter Emig (SPD) überraschend mit einer Differenz von nur 129 Stimmen geschlagen. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 56,25 Prozent, trotz der Mehrfachwahlen und der stolzen Zahl von sechs Bürgermeisterkandidaten gingen diesmal nur 55,3 Prozent zur Wahl.

Herausforderer haben sich mehr erhofft

„Ich bin sehr enttäuscht. Der Austritt aus der SPD und die Kandidatur als parteiloser von Ralf Oesswein hat uns offensichtlich sehr geschadet. Etliche haben wohl gedacht: Wenn die sich nicht einig sind, wählen wir doch lieber Grimm“, meint Stefan Fröhlich(SPD). Er will sich auch weiterhin in der Kommunalpolitik einsetzen. „Wir werden das Ergebnis analysieren und uns dann neu aufstellen.“

Gegen Mittag kamen gestern sehr viele zur Wahl in die Mehrzweckhalle. Zuweilen war Schlangestehen angesagt. „Ich gehe immer wählen und die Richtung steht bei mir fest“, berichtete Holger Maul aus der Schillerstraße (Bildmitte). Von Kumulieren und Panaschieren mache er rege Gebrauch.

Marianne Streicher-Eickhoff(Grüne) meint zu ihrem eigenen Ergebnis von 8,3 Prozent: „Das ist für Groß-Zimmern durchaus aktzeptabel.“ Mit dem Erfolg des Amtsinhabers ist sie allerdings nicht zufrieden: „Es hätte zumindest eine Stichwahl geben müssen. Aber es haben sich wohl viele vom Mitleidseffekt 'alle sind gegen mich' anstecken lassen.“
Der parteiloseRalf Oessweinlandet mit 7,8 Prozent auf dem vierten Platz. Gesehen hat er sich weiter vorne, mindestens auf Rang zwei. Er zweifele das klare Wahlergebnis für Grimm zwar nicht an, allerdings „spiegeln diese Zahlen nicht die tatsächliche Mehrheit der Zimmerner wider.“ Insbesondere in öffentlichen Gespräche offenbare sich ein völlig anderer Trend.

Auch Peter Urban (Freie Wähler) zeigt sich am Wahlabend enttäuscht: „Ich habe mir mehr ausgerechnet. Unsere gute Arbeit hat leider beim Bürger keine Früchte getragen.“ Gespannt sei er daher, wie es denn nun mit Zimmern weitergehen soll, „wenn nun in Zukunft weiter Schulden aufgebaut werden.“ Deshalb richte sich sein Blick hauptsächlich auf die Ergebnisse der Kommunalwahl. Dennoch gratuliert Urban seinem CDU-Kollegen zur Wiederwahl, auch wenn er sich mehr Alternativen oder Kritik gewünscht habe.

„Wenn Achim Grimm so klar durchgegangen ist, dann ist das ein deutlich zu erkennender Bürgerwille“, erklärtJanek Gola (AUF) und gratuliert. Auch er habe sich für seine Kandidatur etwas mehr erhofft. Gerade in den letzten Tagen vor der Wahl habe er noch regen Zuspruch für sich und seine Partei erhalten. Dennoch: „Die Erkenntnis, dass wir unsere Gemeindefinanzen ins Lot bekommen müssen, ist wohl doch noch nicht beim Bürger in ausreichendem Maße rübergekommen. Denn da steht uns noch der Super-Gau ins Haus.“

Manfred Pentz, CDU-Kreisvorsitzender und Mitglied des Hessischen Landtags, bezeichnet das Ergebnis als „klares Zeichen für die geleistete Arbeit.“ Er habe doppelt gewonnen, denn sein Tipp habe bei 52 Prozent gelegen.

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