Erstmals längere Schließzeit der „hochdefizitären“ Freizeiteinrichtung

Acht Wochen ohne Hallenbad

Der Sprung ins Wasser wird im Hallenbad erst wieder nach den Ferien möglich sein.   J Foto: Friedrich

GROSS-ZIMMERN - Zum letzten Mal konnten Wasserratten vergangenen Samstag im Hallenbad der Gemeinde abtauchen. Die Freizeiteinrichtung schließt ihre Pforten nun für acht Wochen. Von Ursula Friedrich

Grund für die Sommerpause: „Wir müssen den hochdefizitären Bereich Hallenbad etwas drosseln“, so Bürgermeister Achim Grimm.

Auf rund 500 000 Euro Minus (inclusive Abschreibung) summiert sich der Betrieb des Bades jährlich. Durch die ausgedehnte Pause (bislang war das Bad lediglich drei Wochen im Sommer für kleinere Reparaturarbeiten und die Grundreinigung zu), würden allein Energiekosten von 3 300 Euro pro Woche, also über 26 000 Euro, eingespart.

Von der Schließung des Bades sind Badenixen, Schulklassen, Sportschwimmer, Gymnastikgruppen und Personal mehr oder weniger betroffen. Die letzte Schulwoche sowie die erste Woche des Schuljahres 2012/13 sind zwar tangiert, würden den Schulsportunterricht jedoch kaum beeinträchtigen, meint der Bürgermeister.

Während die Triathleten des TV auch bei schlechtem Sommerwetter tapfer in umliegende Freibäder ausweichen, ist das Training der Abteilung Schwimmen in diesem Zeitraum auf Eis gelegt, so Abteilungschef Hans Zimmermann.

Die drei Freikarten, die alljährlich von der Gemeinde für Ferienkinder gestiftet wurden, sind gestrichen.

Tilli Held, die seit Jahrzehnten mit ihren Trainingsgruppen schon früh morgens zur Wassergymnastik startet, hatte angesichts kursierender Gerüchte sogar Unterschriften gegen die Schließung des Bades gesammelt. „Die Schließung steht nicht zur Diskussion“, beruhigte Achim Grimm. So habe auch Held für die Sommerpause Verständnis gehabt.

Das Personal wird in diesem Jahr einen großzügigen Urlaub von maximal fünf Wochen erhalten, jedoch werdendabei auch Überstunden abgebaut.

Die nun getroffene Entscheidung ist Ergebnis mehrerer Sitzungsrunden der eigens gegründeten Hallenbadkommission. Im kommenden Jahr werden die Karten neu gemischt. Eine stärkere Ausdehnung der Schließung sei denkbar, so Grimm.

„In anderen Kommunen ist dies durchaus üblich. Aber es ist eine schwierige Materie“, denn insbesondere für das Personal sollen Lösungen gefunden werden, um die beschäftigungsfreie lange Periode zu füllen. „Interkommunale Zusammenarbeit“ ist das Stichwort für Lösungsansätze. Die Gemeinde bemüht sich um Kommunikation mit anderen Kommunen, die Bäderbetriebe haben, um gemeinsame Strategien für die betroffenen Mitarbeiter zu entwickeln.

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