„Wie sehen eigentlich schwangere Fledermäuse aus?“

Aerodynamisch den Bauch auf der Seite

Hauptsächlich Schüler aus Groß-Bieberau stellten viele Fragen zu den Fledermäusen. - Fotos (3): Bernauer

Groß-Zimmern - Als der Star des Abends leibhaftig zu sehen war, war das Gedränge groß. Zwar gab es beim Fledermausabend am Samstag in der Waldschule etliche der fliegenden Säugetiere zu sehen, aber alle lediglich per Beamer an die Wand projeziert. Von Ulrike Bernauer

Referent Dirk Diehl zeigte nach dem Lichtbildervortrag zwei Zwergfledermäuse und alle Kinder scharten sich um die kleinen Patienten, die der Fachmann nicht nur als Anschauungsobjekte dabei hatte, sondern auch, um ihnen pünktlich Futter und Medikamente zu geben. Winzig waren die beiden Patienten - Diehls Daumen sowie der seiner Partnerin Susanne, die einen der beiden Kleinen verarztete, waren größer als das Tierchen selbst.

Die meisten Kinder kamen aus Groß-Bieberau. Eine ganze Schulklasse hatte sich mit ihrem Lehrer für den Abend angemeldet. Die Schüler brachten schon großes Wissen über die nächtlichen Flieger mit, Fledermäuse waren zuvor Thema im Unterricht gewesen und offensichtlich hatten die Schüler gut aufgepasst. Dennoch hatten sie zahlreiche Fragen, und die wurden auch gestellt. „Sieht eine Fledermaus, die ein Baby erwartet, auch so rund aus wie eine schwangere Frau?“, wollte eine Schülerin wissen.

Dirk Diehl kennt sich wirklich gut aus mit Fledermäusen und konnte auch diese Frage beantworten. Die Fledermausweibchen haben ebenfalls einen dicken Bauch. Den tragen sie allerdings seitlich, vermutlich aus Gründen der Aerodynamik.“

Während des Vortrags gab es viele interessante Bilder zu sehen, dabei war auch die Aufnahme einer Wasserfledermaus, die ihre Beute über Teichen jagt und sie mit den Füßen greift. Die Fledermaus spiegelte sich über dem Wasser und auch ihre Beute, eine Schnake, war auf dem Bild deutlich zu erkennen.

Nicht nur die Kinder hatten zahlreiche Fragen, sondern auch viele Erwachsenen, die sich ebenfalls für Fledermäuse interessierten.

„Wie kommt es, dass Fledermäuse nicht herunterfallen, wenn sie kopfüber schlafen“, wollte ein Teilnehmer wissen. Das Geheimnis der Säuger ist es, dass sich ihre Fußkrallen durch ihr Gewicht regelrecht schließen, die Fledermaus also ganz unbesorgt schlafen kann und nicht wie so manch anderer Vogel vom Stängelchen fällt.

Ein Thema beschäftigte die Kinder auch noch. „Gibt es tatsächlich Vampirfledermäuse?“. Die gebe es zwar, allerdings nicht in unserer Gegend, sondern in Südamerika. „Ihr braucht also vor unseren heimischen Fledermäusen keine Angst zu haben“, beruhigte Diehl.

Vor dem Vortrag wurde zum Thema Fledermaus gebastelt. Eine Schwirrfledermaus stellten die Kinder aus Tonpapier, Wäscheklammern, Korken und Luftballons her. Die dünne Membran der Luftballons sorgte dafür, dass die Kunstfledermäuse ein sirrendes Geräusch von sich gaben.

Einige Bewegungsspiele wurden mit den Kindern gemacht, damit ihnen das lange Sitzen nicht zu schwer fiel. Wenige Fledermäuse hingegen sahen und hörten die Kinder und Erwachsenen, als es dann endlich dunkel war.

Lediglich ein großer Abendsegler und zwei Zwergfledermäuse zeigten sich.

Wie Diehl zuvor im Vortrag erklärte hatte, war es wahrscheinlich zu kalt.

Wenn eine bestimmte Temperatur unterschritten wird, fliegen die Insekten nicht. Es gibt also auch keinen Grund für die Fledermäuse heraus zu kommen, da sie ja nur fliegen, weil sie auf Nahrungssuche sind.

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