Ärzte ins Netzwerk holen

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Auch für den Bereich der Palliativmedizin und Hospizarbeit mit schwerstkranken Sterbenden ist mit „PaNDa“ ein Netzwerk im Aufbau. Es wurde jetzt auf einer Pflegekonferenz vorgestellt.

Groß-Zimmern (sr) ‐ „Pflegekonferenz“ ist eigentlich das falsche Wort, weil es das Spektrum des Austauschs bei diesen regelmäßigen regionalen Treffen im Landkreis Darmstadt-Dieburg nur eingeschränkt beschreibt.

Auch am Donnerstagnachmittag im Groß-Zimmerner Glöckelchen, wo sich auf Einladung des Kreisseniorenbeauftragten Günter Christ rund 30 Fachleute aus Seniorenbeiräten, Kommunalpolitik- und Verwaltungen sowie unterschiedlichsten Organisationen mit örtlichen Schwerpunkten in Zimmern, Münster, Roßdorf, Dieburg und Eppertshausen versammelt hatten, ging der Diskurs weit über das Thema „Pflege“ hinaus. Drei „Netzwerke“ stellten sich in diesem Rahmen vor: „PaNDa“, das Palliativ-Netzwerk Darmstadt, wurde von Hanka Petereit präsentiert.

In der Palliativmedizin und Hospizarbeit geht es um die Begleitung Schwerstkranker beim PaNDa ist ein Kommunikationszusammenhang um das Zentrum für Palliativmedizin am Darmstädter Elisabethenstift, wirkt aber weit über die Stadtgrenzen hinaus mit Pflegediensten, ehrenamtlichen Hospizgruppen, Seelsorgern und einigen Medizinern zusammen.

Karker Kontakt zum Hausarzt: ein Dauerthema

Nur einigen Medizinern, weil es offensichtlich nicht einfach ist, diese für die Mitarbeit in Netzwerken zu motivieren. Petereit berichtete jedenfalls von E-Mail-Rundsendungen an einige hundert Adressen, auf die es gerade mal eine Hand voll Rückmeldungen gegeben habe. Der karge Kontakt zu Fachmedizinern und Hausärzten zog sich als ein Thema durch die gesamte Versammlung.

Auch Martina Müller vom Demenzservicezentrum im Groß-Zimmerner MehrGenerationenHaus (MGH) wusste nämlich von solchen Kontaktproblemen zu berichten. Ansonsten zeichnete sie die Erfolgsgeschichte eines Netzwerks, in dem sich zahlreiche auf Ehrenamt basierende Gruppen zur zeitweisen Betreuung Demenzkranker zusammengefunden haben.

Studie untermauert befriestetes Modellprojekt

Auch die Beratungs- und Kontaktvermittlungsfunktion des Zentrums habe sich inzwischen kreisweit etabliert, eine Studie der evangelischen Fachhochschule Darmstadt liefert starke Argumente für den Fortbestand des bisher befristeten Modellprojekts.

Ebenso befristet ist die Finanzierung des Mehrgenerationenhauses, das ebenfalls mit Methoden der Vernetzung Jung und Alt in vielen Aktivitäten zusammenbringt.

„Ambulant vor stationär“

Angelika Seidler, Leiterin des Hauses, gab zu bedenken, dass allzu oft von der Politik der modellhafte Aufbau von Strukturen gefördert werde, die dann aber mit dem Ende der Finanzierung zusammenbrächen, womit wieder bei Null begonnen werden müsse.

Ulrich Rauch vom Seniorenbüro des Landkreises hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für „ambulant vor stationär“ und die Einrichtung fein abgestufter Angebote für Senioren vom betreuten Wohnen bis hin zur Tages- und Nachtpflege.

Christ griff die Kontaktprobleme mit den Ärzten auf und kündigte an, mit einer weiteren Veranstaltung im Frühjahr 2011 gezielt auf diese zuzugehen.

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