Ahmadiyya-Frauen diskutieren mit und ohne Kopftuch

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Margit Sachse (rechts) und ihre Tochter Miriam (9) aus Roßdorf wurden wie viele andere von einer Nachbarin zum Frauengespräch eingeladen. Sie fanden das Treffen in Groß-Zimmern sehr aufschlussreich.

Groß-Zimmern - Die lokale Frauengruppe „Lajna Imaillah“ der Ahmadiyya Gemeinde in Dieburg hatte kürzlich Frauen aller Religionen zum Gespräch in ihr Gebetshaus in der Waldstraße eingeladen. Von Gudrun Fritsch

Zahlreiche Vertreterinnen von Frauengruppen, aber auch Freundinnen oder Nachbarinnen der „Lajnas“ (Dienerinnen Gottes), sind gekommen.

Begrüßt wurden die Besucherinnen mit einem Gedicht sowie Zitaten aus dem Koran, bevor die Öffentlichkeitsbeauftragte Edeela Mahmood (20) aus Babenhausen über die Rolle der Frau im Islam sprach. Intensiv wurde in entspannter Runde diskutiert. Dabei ging es um Kleidung und das Kopftuch, aber auch um Bildung, Familie und natürlich um Rollenverhalten und die eigene Identität.

Dass bei den Ahmadiyya besonderer Wert auf Bildung auch bei den Frauen gelegt wird, wurde im Gespräch immer wieder deutlich. Während die Älteren größtenteils unter sich blieben, gingen die jungen Frauen sehr offen auf die Besucherinnen zu. Sie beherrschen nicht nur perfekt die Deutsche Sprache, sondern „unsere Mädchen schaffen alle mindestens den Realschulabschluss“,berichtete Mahmood. Die meisten der engagierten „Lajnas“ sind Studentinnen, andere stehen im Berufsleben und bilden sich kontinuierlich weiter. Mehwesh Shahed etwa ist Krankenschwester. „Am Arbeitsplatz unterscheidet mich nichts von meinen Kolleginnen“, berichtet sie. Das Kopftuch trägt sie außerhalb. Das bietet ihrer Meinung nach nicht nur Schutz, sondern es sorgt auch für mehr Respekt.

Unterdrückt fühlen sich diese Frauen nicht. „Wir sind frei und fest verankert in unserem Glauben“, meint die Groß-Zimmerner Sprecherin Vatima Zahid (25).

Natürlich wurde an der reichhaltigen Tafel auch über Rezepte und Speisen gesprochen. Die Zusammenkunft empfanden alle als sehr angenehm und die „Lajna Imaillah“ wollen den Kontankt weiter intensivieren.

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