Akrobaten, die einander tragen

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Hunde statt Mathe: Die Fünftklässler der ASS hatten einen unterhaltsamen Schulstart.

Groß-Zimmern ‐ Statt Vokabeln pauken und Mathe büffeln, Hunde dressieren und mit Feuer jonglieren? Die neuen Fünftklässler der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) wurden mit einem tollen Zirkusmitmachprogramm begrüßt, das so gar nichts mit gängigen Lehrplänen gemein hatte. Von Ursula Friedrich

Die 150 Fünftklässler der insgesamt sechs Gymnasial- sowie Förderschulklassen verwandelten sich zum Schuljahresauftakt zunächst einmal in Zirkusstars. Möglich machten dies die Zirkusfamilie Baldini mit ihren Tieren und Jugendpfleger Tom Hicking als Leiter des Zirkusprojekts. Und natürlich Schulleiter Helmut Buch mit seiner Crew, der neuen Förderstufenleiterin Marion Hübner, (Bericht folgt) sowie der pädagogischen Leiterin Bärbel Tippe. „Manege frei“ hieß es nach einer einführenden Unterrichtswoche für die jüngsten Schüler der Gesamtschule. Die hatten unterdessen einander kennen gelernt und viel über Ziel und Zweck des Zirkusprojektes erfahren.

Soziales Lernen durch „Manege frei“

Die Idee des soziales Lernens stand als großes Thema an, Miteinander zu arbeiten, Toleranz, Achtung voreinander, aber auch die Teamfähigkeit zu schulen. „Sich überwinden, Grenzen austesten“, auch dies sei ein Thema gewesen, sagt Förderstufenleiterin Hübner. „Es erforderte Mut mit Feuer zu arbeiten oder auf einem Trapez zu sitzen.“

Da entdeckte ein vermeintlich unsportliches Kind neue Fähigkeiten, ein schüchterner Schüler neue Freundeskreise, ein Einzelkämpfer am Ende der hochkant stehenden Leiter, wie wichtig das Miteinander im Akrobatenteam ist, das einander trägt. Spielerisch gelang es den Kindern, die aus zahlreichen Grundschulen der Gemeinde und der Nachbarkommunen jetzt neu in Klassen zusammengewürfelt miteinander lernen, das neue Kapitel ihrer Schulkarriere anzugehen. Das Kennenlernen von Schule, Mitschülern und des gesamten Jahrgangs wurde so angenehm beschleunigt. Nach nur drei Trainingstagen unter der Zirkuskuppel präsentierten die Nachwuchskünstler eine tolle Show. „Auch die Eltern waren ganz begeistert“, resümierte Hübner, die auch für die Neulinge 2011 ein ähnliches Projekt bieten möchte.

Diese pragmatische und abenteuerliche Form des Lernens war auch durch eine Spende des Fördervereins der Schule sowie der Sparkasse Dieburg möglich.

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