Albert Henrich Stellvertreter des Schiedmanns

Der Leiter des Amtsgerichts, Frank Richter (von links), verabschiedete den stellvertretenden Schiedsmann Heinrich Held. Ihm folgt Albert Henrich. Bürgermeister Achim Grimm gratulierte. Foto: bea

Groß-Zimmern (bea) - Ein Glas Sekt und die Überreichung einer Urkunde, für den ex-stellvertretenden Schiedsmann der Gemeinde Groß-Zimmern, Heinrich Held, war die Zeremonie schnell beendet.

Sein Nachfolger Albert Henrich bekam auch eine Urkunde, musste vor dem Direktor des Amtsgerichts Dieburg, Frank Richter, aber noch einen Eid leisten. Für fünf Jahre wird Henrich helfen, Streitigkeiten zu schlichten. „Es handelt sich meist um Nachbarschaftsprobleme die in einem Schlichtungsverfahren geklärt werden sollen“, erklärt Bürgermeister Achim Grimm, der neben seinem Amt auch oberster Schiedsmann der Gemeinde ist. Held sprang ein, wenn der Bürgermeister mal nicht konnte. „Sehr groß war die Arbeitsbelastung nicht“, sagt Held, der nun aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet. Meistens musste er nur einmal im Jahr helfen.

„Ich kann nur jedem raten, sich zu einigen“, sagt Richter, „wenn es dann vor Gericht geht und Rechtsanwälte hinzugezogen werden, wird es meist teuer.“ Der Schiedsmann versteht sich als neutrale Person, die vermittelt, um einen Prozess vor Gericht zu vermeiden. Nicht nur, weil es für die beiden Parteien teuer werden kann, sondern auch, um die Gerichte wenigstens ein bisschen zu entlasten. Held war für den Job prädestiniert, er arbeitete als Rechtspfleger beim Amtsgericht Dieburg. „Die Termine mit den Menschen haben mir immer Spaß gemacht. Die viele Bürokratie davor und danach fand ich oft unschön und umständlich.“

Dennoch bedauert der 72-Jährige, dass er mit dem Schiedsmann nun sein letztes öffentliches Amt abgeben muss. „Ich habe mich schon immer gerne engagiert“, sagt Albert Henrich auf die Frage, warum er nun dieses Amt ausüben will. Henrich hat nicht nur in der Politik viel Erfahrung, 39 Jahre saß er im Gemeindeparlament, sondern auch in der Juristerei. Als Schöffe hat er zuvor schon beim Straf- und Sozialgericht bei der Urteilsfindung mitgewirkt.

Die meisten Fälle wird Grimm als Schiedsmann auch künftig klären, er ist mittlerweile auch mit dieser Aufgabe vertraut. „Wichtig ist oft, sich bei Nachbarschaftsstreitigkeiten vor Ort ein Bild zu machen“, sagt Grimm. Aber auch, dass die Streitparteien mal die Emotionen rauslassen, sei wichtig. „Da geht es oft heftig zu und es wird ordentlich geschrien, aber manchmal hilft das und die Streithähne können hinterher wieder normal miteinander reden.“

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