Aldi weicht Seniorenheim mit bis zu 110 Betten

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Eine Kette sichert zur Zeit die Zufahrten zum ehemaligen Aldi -Markt. An Stelle des Discounters soll ein Seniorenpflegeheim mit 100 bis 110 Betten in überwiegend ein-Bett- sowie wenigen zwei-Bett-Appartements entstehen. Vorgesehen ist eine dreigeschossige, 13 Meter hohe Bebauung mit flachen Satteldächern und einem Zeltdach. Der Zugang soll über die Bahnstraße erfolgen.

Groß-Zimmern (guf) - Verträge sind eine komplizierte Sache. Nachdem die Firma Römerhaus das Anwesen „Zwischen den Bahnlinien“ des ehemaligen Aldi-Marktes erworben hat und auf dem halben Hektar die Errichtung eines Pflegeheimes mit bis zu 110 Betten plant, erfolgte im Juni die Offenlegung.

Anfang der Woche erläuterte Diplom-Ingenieur Uwe Hock den Mitgliedern des Planungs- und Umweltausschusses die eingegangenen Stellungnahmen zum Bauvorhaben.

Da der Bau-Ausschuss mit etlichen Spezialisten besetzt ist, lassen sich Fachsimpeleien kaum vermeiden. Zwar erschließen sich dem Laien Interpretationsdifferenzen bezüglich der Paragraphen nicht, aber dennoch profitiert die Allgemeinheit von der Kompetenz im Ausschuss.

„Es sind 20 Stellplätze vorgesehen, aber im Plan sind die Zufahrten nicht ersichtlich“, kritisierte Kurt Werdecker (FDP). Ihm war aufgefallen, dass bei einer Verlegung der Zufahrten an der Bahnstraße eventuell Stellplätze wegfallen könnten, die dann andernorts ersetzt werden müssten.

Konkrete Auslegung der Bepflanzungsvorschriften

Auf eine konkretere Auslegung der Bepflanzungsvorschriften legte für die Grünen Peter Eickhoff Wert. Nicht heimische Gehölze wie Thuja oder Fichtenhecken seien weder in der Freifläche noch in der Einfriedung erlaubt. Eickhoff störte auch, dass es sich bei dem Grundstück nach wie vor um Mischgebiet handelt. „Wenn der Investor keine Lust mehr auf ein Pflegeheim hat oder abspringt, ist so freie Hand gelassen, was dort hinkommt“, kritisierte er.

Die Gemeindevertretung tagt heute ab 20 Uhr im Obergeschoss des Rathauses. Weitere Themen sind unter anderem die Kinderbetreuung in Groß-Zimmern, Änderungen des Bebauungsplanes „Alte Ziegelei“, der Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Brandschutz sowie Anträge der Fraktionen. Besucher sind bei den öffentlichen Sitzungen immer gern gesehen.

Eine fatale Vorstellung, zumal es sich um ein Gebiet in sehr zentraler Lage handelt. Dem stimmte sogleich auch Gerd Merget (SPD) zu. Aus diesem Grund sollte man den Bau des Pflegeheimes mit einem Planeintrag festlegen, meinte auch er. Weitere Unsicherheiten monierten die Fachleute im Ausschuss und wollten von Bürgermeister Achim Grimm wissen, ob diese Punkte im Erschließungsvertrag bedacht wurden.

Der sei noch nicht ganz ausgearbeitet und im Gemeindevorstand werde man diese Punkte bei der Reglung berücksichtigen, entgegnete Grimm.

Entwurf für alle Fraktionsvorsitzenden

Unterstützend bot Hock an, einen Entwurf des Vertrages zu erstellen und diesen vorab zur Kenntnis allen Fraktionsvorsitzenden zukommen zu lassen. Entsprechend einigte man sich einstimmig darauf, den Parlamentariern in der Sitzung am morgigen Dienstag die Zustimmung zum Satzungsbeschluss zwar zu empfehlen, aber nur unter dem Vorbehalt, dass der Bürgermeister angewiesen wird, die Veröffentlichung der Satzung erst dann vorzunehmen, wenn ein endglültiger Erschließungsvertrag rechtsverbindlich zustande gekommen ist.

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