Alle Vögel und der Biber sind da

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Zu hören sind die Vögel gut, aber sie zu sehen ist oft gar nicht so leicht. 

Groß-Zimmern - Die Vogelfreunde freuten sich über zahlreiche Beobachtungen, die sie an der Gersprenz am Sonntagmorgen machen konnten. Der Naturschutzbund (NABU) hatte zur zweiten jährlichen Wanderung eingeladen, die Vogelkundler Klaus Hillerich leitete. Von Ulrike Bernauer

Der Weg führte vom Parkplatz am Anglerheim, wo der Vorsitzende Dr. Lothar Jakob die Begrüßungsworte sprach, zur Scheelhecke.

Auf dieser Strecke konnte die Gruppe viele verschiedene Vögel beobachten - mit über 41 Arten ein sehr gutes Ergebnis. Darunter waren mit der Klappergrasmücke, der Schwanzmeise und der Türkentaube drei Gattungen, die man auf dieser Strecke noch nicht gesichtet hat. Gesehen wurden auch Vertreter, die sich jedes Jahr zeigen, wie der Buchfink, der Zaunkönig, der Zilpzalp, aber auch der Weißstorch, der seit 2008 regelmäßig beobachtet wird.

Am Anfang des Weges befand man sich auf eher freiem Gelände, wo andere Vögel gesehen wurden, als im eher bewaldeten Teil kurz vor dem Zentrum der Scheelhecke. Die Wanderer erfuhren aber nicht nur Wissenswertes über die gefiederten Vertreter, sondern auch über so manches Kraut, das am Wegesrand zu sehen war. „Das Scharbockskraut ist sehr spät in diesem Jahr“, so Hillerich, der auch die Knoblauchrauke zeigte. Augenfällig waren für die Wanderer die Spuren des Bibers, der inzwischen auch an diesem Abschnitt der Gersprenz lebt. Jakob erwähnte Augenzeugenberichte, die den Wasserbewohner gesehen haben. „Er nutzt diesen Teil des Flusses, um sich leckeres Grün zu holen, er geht aber auch in die Felder hinein, um sich Essbares zu besorgen.“ Laut Hillerich brauchen sich die Zimmerner keine Sorgen zu machen, dass der Biber nun große Staudämme an der Gersprenz baut. „Das tut er nur bei schnell fließenden Gewässern.“ Den Biber bekamen die Vogelfreunde nicht zu Gesicht, dafür eine Bisamratte, die an diesem Teil der Gersprenz auch zu finden ist.

Wanderer freuen sich über Störche

Über die Störche konnten sich die Wanderer besonders freuen. Einer saß auf dem Nest. Hillerich erzählte, dass sich ein neues Storchenpaar in der Umgebung angesiedelt hat. Auf dem Hofgut in Habitzheim haben sie ein Nest angenommen. Auch in Niederklingen gäbe es nun Störche, dort habe sich sogar ein Storchenverein gegründet. In ganz Hessen gab es im vergangenen Jahr 266 Brutpaare mit 552 Jungen.

Nun ist der Storch ein großer Vogel und kann gut beobachtet werden. Beim Zaunkönig, einem sehr kleinen Vertreter, gelang das hingegen nicht so recht. Dafür konnten die Wanderer aber etliche Zaunkönige hören und ein verlassenes Nest sehen. Hillerich freute sich, so viele dieser kleinen Vögel zu hören. Die haben es in strengen Wintern nämlich nicht leicht. „Ein Zaunkönig wiegt nur sieben Gramm und muss jeden Tag dreieinhalb Gramm Nahrung aufnehmen, was im Winter manchmal nicht gelingt. Die kleinen Vögel können so erfrieren.“

Lebensraum für Käfer

Interessiert betrachteten die Vogelfreunde die dicken Pappelstämme am Wegesrand. „Die wurden vor Jahren um gemacht und hier liegen gelassen“, erklärte Hillerich. „Das bringt zwar Unordnung in die Landschaft, bietet aber Lebensraum für Käfer, die dann wiederum die Nahrung für so manchen Vogel darstellen.“

Die Teilnehmer sahen an diesem Morgen auch viele Vertreter dieser Spezies. Die Angler säumten das gegenüberliegende Ufer. „Schon was für das Mittagessen gefangen?“, fragte Hillerich über die Gersprenz hinweg und erhielt von Dieter Langer, dem ehemaligen Vorsitzenden des Angelvereins, die Antwort: „Heute Mittag gibt es Forellen“. So unterschiedlich können die Interessen sein, während die einen mit vielen Eindrücken nach Hause gehen, haben die anderen mit vollen Eimern für eine Mahlzeit gesorgt.

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