Heinrich Fröhlich ist sage und schreibe 60 Jahre aktives Mitglied bei den Klein-Zimmerner Sängern , Hildegard und Adolf Ratschker sind seit 40 Jah ...

Vor allem Tenöre braucht der Gesangverein 1893

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Langjährige Mitglieder wurden beim Jahresabschluss des Gesangverein 1893 Klein-Zimmern geehrt: Unser Bild zeigt von links die Vorsitzende Gisela Millmann, Adolf und Hildegard Ratschker, Heinrich Fröhlich, Hannelore Angermeier, Sängerkreis-Vorsitzender Alfred Müller und Heidemerie Papp.

Klein-Zimmern ‐ Wenn das Jahresende naht, wird es beim Gesangverein 1893 Klein-Zimmern stets gesellig: Dann kommt man im Feuerwehrhaus zusammen, es wird gegessen und getrunken und natürlich – wie es sich für eine Sängervereinigung mit langer Tradition gehört - werden die Stimmen erhoben. Von Michael Just

In diesem Jahr standen zur Jahresabschlussfeier für aktive Mitglieder und geladene Gäste drei ganz besondere Ehrungen an: Heinrich Fröhlich ist sage und schreibe 60 Jahre aktives Mitglied, Hildegard und Adolf Ratschker sind seit 40 Jahren dabei. Vor wenigen Wochen wurden alle drei bereits von Landrat Klaus Peter Schellhaas in Kranichstein ausgezeichnet, jetzt erfolgte in Klein-Zimmern die Ehrung durch Verein und Sängerkreis. Ratscher und Fröhlich gelten im gemischten Chor als unverzichtbare Stützen: „Adolf Ratschker ist der beste Tenor, den wir haben“, sagt die Vorsitzende Gisela Millmann.

Weitere Ehrungen erhielten Hannelore Angermeier, Heidemerie Papp und Luise Dörr. Für die Jubilare ließ es sich der Chor nicht nehmen, ein Ständchen zu bringen, dazu sang Chorleiterin Larissa Förderer ein Solo. Lob ging für ihr vorbildliches Engagement im Verein auch an Schriftführer Josef Köhl und Chorleiterin Förderer. „Sie ist eine absolute Bereicherung für unseren Verein.

Wir sind sehr froh dass wir sie haben“, lobte Millmann die Darmstädterin.

Die gebürtige Russin, die an der Waldorf-Schule in Eberstadt als Pianistin arbeitet, ist im siebten Jahr in Klein-Zimmern und wird vor allem für den Schwung geliebt, den sie in die Sängerrunde bringt. Derzeit zählt der Chor rund 35 Aktive, der Verein insgesamt etwa 85 Mitglieder. Unter die diesjährige Vereinsarbeit zieht Millmann eine positive Bilanz.

So habe man eine erfolgreiche Kampagne zum Werben neuer Sänger gestartet und sei mit fünf neuen Mitgliedern, einmal männlich und viermal weiblich, belohnt worden.

Um einer Überalterung vorzubeugen, soll sich auch 2010 eine ähnliche Initiative anschließen. Vor allem Tenöre werden gebraucht. Im aktiven Werben sieht Millmann einen unabdingbaren Schritt: „Wir wissen schon jetzt, dass in absehbarer Zeit ein Teil unserer älteren Mitglieder nicht mehr kommen wird.“

Ansonsten zeigt sich die Klein-Zimmernerin mit den vielfältigen Aktivitäten zufrieden. Positiv blickt sie auf das erfolgreiche Konzert Ende Oktober in der katholischen Kirche, die Hubertusmesse, die Kerb, das närrische Treiben, das Grillfest oder die Auftritte bei befreundeten Chören. „Ohne überheblich zu sein - die Kritik für uns ist immer sehr gut“, führt Millmann an.

Und auch das gesellige wird in besonderer Weise gepflegt: So schließe sich an den Eintagesausflug 2009 nach Weikersheim (Taubertal) im Jahr 2010 eine Viertagestour ins Weserbergland an. Dass dies alles viel Arbeit macht kann Millmann, die bereits seit sechs Jahren Vorsitzende ist, bestätigen.

Wie sie sagt, würde sie gerne jemand anderem Platz machen, weil sie zeitlich zwischen zwei Stühlen sitzt. „Doch was kommt danach?“, fragt sie. Ihr widerstrebe es, das Aufgebaute vielleicht zu verlieren. Deshalb wird sie weitermachen, bittet aber auch weiterhin um die Unterstützung der Mitglieder.

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