Alte Ziegelei: Kauft Nabu Schutzgebiet?

Groß-Zimmern (wd) ‐ Mit Spannung blicken die Investoren der „ARGE Ziegelei“, die die Industriebrache Alte Ziegelei mit Einfamilienhäusern bebauen möchten, wohl der Gemeindevertretersitzung am Dienstag entgegen.

Ihr Anliegen, den Bebauungsplan in einem beschleunigten Verfahren durchzuführen, trugen Investor Christian Fürchtenicht und dessen Planer Michael Schweiger am Dienstagabend den Mitgliedern des Haupt- und Finanz- und des Planungs- und Umweltausschusses vor. Die abschließende Abstimmung verlief jedoch offen, so dass es durchaus am kommenden Dienstag noch zu einer Ablehnung kommen könnte. Weil aus Sicht der SPD die Einladung zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses nicht satzungsgemäß erfolgte, stimmte die SPD nicht mit ab.

Wir sind dafür, dass die Industriebrache Alte Ziegelei beseitigt wird, zuvor muss jedoch die Rechtslage zu hundert Prozent geklärt sein“, betonte Claus Rosendahl (SPD), der einen Änderungsantrag eingereicht hatte. „Wir wollen wissen, inwieweit eine Änderung des bestehenden Bebauungsplanes vorgenommen werden kann oder ob er durch einen neuen ersetzt werden muss“, erläuterte er. Er möchte auch geklärt haben, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden muss.

Auch Doppelhaushälften auf dem Areal möglich

Die Umweltgutachten werden gerade erstellt und wir haben Gespräche mit den Naturschutzverbänden geführt. Diese waren sehr positiv und heute hat uns der Nabu-Landesverband Hessen mitgeteilt, dass er ein großes Interesse am Erwerb der als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Flächen hat“, konnte Fürchtenicht einige Bedenken entkräften.

Wir sehen keine Voraussetzungen für die Anwendung eines beschleunigten Verfahrens gegeben und beurteilen das Ganze sehr kritisch“, betonte Marianne Streicher-Eickhoff (Bündnis90/Die Grünen), die auch zu bedenken gab, dass nach der momentanen Vorlage durchaus auch Doppelhaushälften gebaut werden könnten. „Wir wollen weder durch ein Hintertürchen nachverdichten, noch die Umweltbelange unter den Teppich kehren“, versuchte Schweiger die Bedenken zu entkräften. „Wir wollen dieses Verfahren nicht unnütz aufhalten, werden einem Satzungsbeschluss jedoch erst zustimmen, wenn alle offenen Fragen geklärt sind“, betonte Klaus Roth (FDP). Anders sah dies Wolfgang Kunkel (CDU), der erklärte, dass seine Fraktion eine schnelle Veränderung der Situation wolle und deshalb einem beschleunigten Verfahren die Zustimmung erteilen werde.

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