Altennachmittag ohne Abendessen

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Franz-Josef Partsch (hinten) mit den Gersprenzspatzen, dem neu gegründeten Chor der Senioreneinrichtung.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Zwei Themen bildeten am Mittwoch den Schwerpunkt des ersten Treffens der Seniorenvertreter in diesem Jahr. Der inzwischen nicht mehr ganz neue Leiter des Gersprenz-Pflegeheims Franz-Josef Partsch stellte sich und die von ihm geleitete Einrichtung vor.

Alle 42 Betten des Hauses sind zurzeit belegt, insgesamt 18 Bewohner kommen aus Klein- oder Groß-Zimmern, die anderen haben alle einen Bezug zu der Gemeinde. Zumeist wohnen nahe Verwandte in Zimmern oder. Aufgrund der hundertprozentigen Auslastung und weiterer zahlreicher Anfragen gebe es in diesem Jahr kein Kurzzeitpflegeangebot, so Partsch. Seit Beginn seiner Arbeit im Frühjahr 2009 wurde das Beschäftigungsangebot für Senioren auf täglich zwei Termine ausgeweitet. Aus einem dieser Angebote, dem wöchentlichen Singen sind die „Gersprenzspatzen“ hervorgegangen. Seinen ersten Auftritt hatte der Chor beim Sommerfest.

Partsch beschrieb die guten Kontakte zur Nachbarschaft mit Mehrgenerationenhaus und Kindergarten und bedankte sich für die Unterstützung bei Seniorenvertretern, Gemeinde und Vereinen.

Ausflüge wird es zukünftig nicht mehr geben

Das zweite Thema des Nachmittags war die künftige Ausgestaltung des Seniorennachmittags. Die Gemeinde leidet wie viele andere Kommunen unter Finanznot und muss sparen. Der Altennachmittag für die über 70-Jährigen kostet - einschließlich der Zehn-Euro-Apothekengutscheine für diejenigen, die nicht teilnehmen können - rund 20 000 Euro. 1 600 Senioren leben in Groß-Zimmern, Tendenz steigend. Rund 400 der Eingeladenen besuchen in der Regel den geselligen Nachmittag.

Die Seniorenvertreter empfahlen, das Abendessen, das beim dem Treffen gereicht wird, künftig zu streichen und sich auf Kaffee und Kuchen zu beschränken. Die Ausflüge, die bis jetzt im zweijährigen Wechsel zum Seniorennachmittag erfolgten, werden wohl komplett entfallen. Viele der Älteren seien nicht mehr gut zu Fuß und hätten dementsprechend wenig von den Busfahrten und Spaziergängen. Das Unterhaltungsprogramm durch Vereine und einen Alleinunterhalter wollen die meisten Seniorenvertreter allerdings beibehalten.

Sammeltaxi wird eingestellt

Abgelehnt wurde die Idee, einen Seniorenbeirat zu gründen. Angst vor parteipolitischem Gezänk war ein Argument, zudem fühlten sich die Vertreter der älteren Mitbürger im jetzigen Gremium gut aufgehoben. „Wir können unsere Anliegen vortragen und finden immer ein offenes Ohr“, so die einhellige Meinung der Anwesenden.

Einen weiteren Sparbeschluss teilte Bürgermeister Achim Grimm mit. Das Anrufsammeltaxi muss aufgrund der finanziellen Lage der Gemeinde eingestellt werden. „Ebenso wie der midkom-Bus zählt es zu den freiwilligen Leistungen der Gemeinde“, erklärte Grimm, „von einem der beiden mussten wir uns trennen“. Der midkom-Bus wird jedoch beibehalten. Für ihn werden weitere Fahrer gesucht, damit das Angebot unter Umständen weiter ausgeweitet werden kann.

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