Max angelt das richtige Entchen

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Die Kindergartenkinder bezauberten beim Kerbumzug als süße Mäuse, die auch ordentlich Süßigkeiten warfen.

Klein-Zimmern - Die Kerbbesucher standen am Samstagabend Schlange vor einem kleinen aufblasbaren Kinderplanschbecken. Dutzende gelbe Entchen bevölkerten das kleine Bassin, auf dem Bauch trugen die Gummitiere eine Nummer. Von Ulrike Bernauer

Der Kultur- und Kerbverein hatte die Eröffnung der Kerb mal wieder verändert. Wurde die Kerburkunde, verborgen in einem Kupfer-T, ganz früher tatsächlich auf dem Acker ausgegraben, so wurde in den vergangenen Jahren auf Luftballons geworfen und nun in diesem Jahr nach Entchen geangelt.

Nachdem alle Entchen aus dem Bassin geangelt waren, wurde in den großen Eimer mit den vielen Nummern gegriffen, um die vier Kerbsieger auszulosen, die mit Preisen bedacht wurden. Der siebenjährige Max Köbel hatte das Glück, als erster gezogen zu werden und damit derjenige zu sein, der die Kerburkunde vorlesen durfte, um damit ganz offiziell das Fest zu eröffnen. Max strahlte und die zahlreichen Kerbbesucher jubelten und sangen die Klein-Zimmerner Kerbhymne von den drei Geißen.

Bis in den frühen Morgen ausgelassen gefeiert

Dem Kerbausangeln war ein Gottesdienst in der katholischen Kirche vorausgegangen, von der Kirche ging es im feierlichen Zug zum Platz am Feuerwehrhaus. Bis in den frühen Morgen wurde der Beginn der Kerb ausgelassen gefeiert.

Am Sonntag schienen die Klein-Zimmerner Petrus bestochen zu haben. Zum Kerbumzug strahlte die Sonne vom Himmel. Die meisten der vielen Zuschauer am Straßenrand suchten die schattige Seite der Gasse auf. „Geregnet hat es beim Umzug bis jetzt noch nie, aber es war schon kalt“, lachte Ortsvorsteher Markus Geßner.

Der siebenjährige Max hat die Kerb ausgeangelt. Weil er noch nicht so gut lesen kann, liest Walter Götz die Urkunde vor. Foto: Bernauer

Von kalt konnte keine Rede sein, um so mehr genossen die Zuschauer am Straßenrand das Bier, das ausgeschenkt wurde. Für das kleine Publikum gab es reichlich Bonbons und andere Süßigkeiten, auch wenn die jüngsten Werfer, die Kindergartenkinder, verkleidet als entzückende Mäuseschar manchmal nicht so treffsicher waren. Die drei Klein-Zimmerner Geißen durften nicht fehlen, Walter Götz schwang sie an seinem Kerbstab. Die Farben Blau-Gelb kamen im Zug nicht so häufig vor, dafür waren viele Gärten und Häuser mit Fähnchen in den Klein-Zimmerner Nationalfarben geschmückt. Besonders farbenfreudig hatten sich die Kerbfrauen gewandet, auf ihren grünen Rasenkleidern sprossen die Blumen, aber auch Äpfel hingen am Kleid oder Schmetterlinge flatterten darüber.

Mit viel Getöse zog der bunte Lindwurm aus insgesamt zwölf Gruppen zum Feuerwehrhaus, wo die Kerbrede gehalten wurde (Artikel folgt in der Donnerstagsausgabe des LA) und das fröhliche Kerbtreiben sich bis in die tiefe Nacht hinzog.

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