Anglerfest

Feuerwerk, Volksmusik, Fischweck

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Groß-Zimmern - „Hier ist einfach der schönste Fleck Zimmers“, schwärmte Patrick Altenburg, Vorsitzender des Anglervereins. Das idyllische, liebevoll gepflegte Gelände der Angler hatte am Wochenende einen festlichen Charakter. Von Ursula Friedrich 

Die Menschenmengen bevölkerten das Areal beim 62. Fischerfest mit Teich in Flammen. Je später der Abend, desto dichter die Massen, die sich im Festzelt, auf dem Rummelplatz und an Biertischgarnituren drängten, um lecker zu essen und zu feiern. Höhepunkt des Anglerfestes war der Samstag Abend, den die jungen Gersprenzthaler mit viel Musik gestalteten - bis Fackeln und Feuerwerk mit ihrem Lichterspiel um und über dem Festgelände ihren Zauber entfachten.

Für die Angler war die Ausrichtung ihres Traditionfestes erneut eine Herausforderung - bei gutem Wetter wurde ihre Vereinsanlage förmlich überrannt. Die Anglerjugend, 17 an der Zahl, kehrte just vom einwöchigen Zeltlager zurück, um nun gut erholt mit anzupacken. Krosse Calamari, Garnelenspieße, knuspriger Seelachs, feine Räucherforelle und feiste Fischbrötchen - speziell Fischliebhaber kamen hier freilich auf ihre Kosten. Wer das edle Grätentier wenig schätzte, war mit Festbratwürsten, Steak und hausmacher Kartoffelsalat bestens bedient. Gute Qualität zu familienfreundlichen Preisen - die Philosophie der Angler kam auch bei dieser Feier zum Tragen.

Fast zu 100 Prozent erfolgreich

 

„Ozapft is.“ (Von links) der Vereinsvorsitzende Patric Altenburg, Bürgermeister Achim Grimm und der Vertreter der Brauerei Volker Schaefer eröffneten das Fest.

Forelle, Seelachs und Co. stammen allerdings nicht aus den eigenen Pachtgewässern, zwei Seen und einem Teilstück der Gersprenz. Gegen den Appetit der Besucher ist mit herkömmlichen Fangmethoden, Angel und Kescher, wenig auszurichten. Zumal ungebetene Gäste das ganze Jahr über den Fischbestand in den Teichen deutlich dezimieren. Seit Jahren hat der Anglerverein ein Problem mit Kormoranen. Die geschützten Vögel leben an den Reinheimer Teichen - und speisen in Zimmern.

„16 Brutpaare sind erfasst“, so Altenburg. „Ein Vogel braucht zwischen 500 und 800 Gramm Fisch am Tag.“ Mit ihren Fangmethoden sind Kormorane den Anglern deutlich überlegen - mühelos tauchen sie zum Grund der etwa drei Meter tiefen Gewässer ab und haben bei ihren Raubzügen fast zu hundert Prozent Erfolg. Dabei sind sie wählerisch - kleine Fische werden verschmäht und meist nur solche Exemplare verschlungen, die kurz vorm Laichen sind.

Anglerfest in Groß-Zimmern

Anglerfest „Teich in Flammen“ in Groß-Zimmern

So bleibt den Anglern nichts übrig, als die Fischpopulation - Schleie, Zander, Aal, Karpfen, Hecht und mehr - im Herbst durch Neubesatz zu vermehren. „Wir versenken jedes Jahr Tausende Euro“, klagt Altenburg. So bleibt das aufwendige Anglerfest die wichtigste Einnahmequelle. Trotz immensen Arbeitsaufwands. Ohnehin, so der Vorsitzende, sei sein Lieblingssport ungeheuer arbeitsintensiv. „Den größten Teil der Zeit verbringen wir mit Hege und Pflege der Gewässer.“ 164 Mitglieder zählt der 1952 gegründete Verein derzeit - gut 80 Erwachsene sind aktiv. Beim Nachwuchs dürfen Kinder ab zehn Jahren „Schnupper angeln“, mit zwölf können sie den Fischereischein ablegen.

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