Arbeit als Wert an sich gesehen

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Der Hessische Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit beim Neujahrsempfang der CDU Groß-Zimmern.

Groß-Zimmern (bea) ‐ „Arbeit ist mehr als ein ökonomischer Faktor“, erklärte Hessens Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit am Sonntag im Glöckelchen. Jürgen Banzer war auf Einladung der örtlichen CDU nach Groß-Zimmern gekommen und der Hauptredner auf dem Neujahrsempfang der Christdemokraten.

Der Minister forderte, die Arbeit als Wert anzuerkennen und zu unterstützen. Er sehe zwar die Probleme der gegenwärtigen Wirtschaftslage, erblicke in der Krise jedoch auch eine Chance und rechne mit einer Aufwärtsbewegung. „Ich glaube an eine erfolgreiche, positive Zukunft. Ob wir die bekommen, liegt allerdings an uns“, so Banzer.

Der Minister ging auch auf den demographischen Wandel ein und bedauerte, dass sich viele ältere Menschen, wenn sie in die Rente gingen, auch aus anderen sozialen Verbänden und Vereinen zurückzögen. „Es gibt in den Gemeinden genügend Möglichkeiten auch für Ältere, sich zu betätigen“, meinte Banzer, der für einen seniorengerechten Umbau der Gesellschaft plädiert.

Banzer: Schulvorbereitung schon im Kindergarten

Einen dankbaren Adressat für alles, was in unserer Gesellschaft nicht funktioniert“, nannte der Minister das Bildungssystem. So wie man Alte in der Gesellschaft mitnehmen müsse, gelte das auch für die Jungen. Banzer forderte eine qualifizierte Schulvorbereitung bereits im Kindergarten, besonders auch für Kinder mit Migrationshintergrund, die aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse oft schlechtere Bildungsverläufe hätten als Kinder, die mit Deutsch als Muttersprache aufwachsen.

Wir alle müssen uns anstrengen für eine bessere Zukunft“, gab Banzer den Zimmernern, die zahlreich ins Glöckelchen gekommen waren, mit auf den Weg. „Ich löse gerne schwere Aufgaben. Deshalb mache ich mit Begeisterung Politik und möchte Sie aufstacheln, sich ebenfalls zu beteiligen“, erklärte er.

Pentz unterstützt Forderungen zur Arbeitspflicht für Hartz IV-Empfänger

Bürgermeister Achim Grimm ging in seiner Rede auf die aktuelle Situation der Gemeinde ein, die finanziell mit dem Rücken an der Wand stehe. Er gab dem Minister die Bitte nach Wiesbaden mit, die Kommunen nicht im Stich zu lassen, was von den Zuhörern mit Applaus quittiert wurde. Grimm freute sich aber auch über Positives wie die Konjunkturpakete, mit deren Hilfe die Gemeinde zwei Kitas und die Mehrzweckhalle saniere. Ebenso wie das Hallenbad, das deshalb von Ende März bis April wegen der energetischen Sanierung geschlossen bleiben muss. Beim Sparen verlangte Grimm Augenmaß: „Wir sind eine Gemeinde und damit eine Gemeinschaft, die zusammenstehen sollte“.

Der Vorsitzende der örtlichen CDU und der Kreis-CDU, Manfred Pentz, betonte die Bedeutung seiner Partei für Groß-Zimmern. „Wir sind seit knapp vier Jahren die maßgebliche Partei in unserer Gemeinde, erst zusammen mit den Grünen, nun alleine, und die soziale Kälte ist noch nicht eingekehrt“. Viel Applaus erhielt Pentz auch für seine Stellungnahmen zu Hartz-IV-Empfängern. Er stellte sich hinter die Forderungen des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, der eine Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger gefordert hat: „Wenn ein Familienvater den ganzen Tag arbeitet und dann nicht mehr mit nach Hause bringt, wie ein Sozialhilfeempfänger, dann ist das ungerecht und das muss man auch beim Namen nennen können“, erklärte Pentz empört.

Handwerk trotz Krise stabil

Klaus Nennhuber, Vizepräsident der Handwerkskammer Rhein-Main, überbrachte die Grüße des Handwerks, das trotz Krise eine stabile Beschäftigungslage vorweise. Drei Ziele stellte Nennhuber in den Vordergrund: „konsolidieren, entlasten und investieren“. Der Groß-Zimmerner Bäckermeister forderte die Umwandlung der Bundesrepublik in eine Bildungsrepublik.

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