Die Kerbred"-Schreiber Susanne Kuhr, Elena Göbel und Ulrich Braun

Ein „Armleuchter“ und zwei Tänzerinnen

Groß-Zimmern - Wer sind die kreativen Köpfe, die die Kerbrede erstellen? Nachdem die langjährige Kerbredenschreiberin Gaby Geier 2011 ankündigte, dass dies ihre letzte Rede sein würde, begann die Suche nach einer Gruppe.

Ulrich Braun, Elena Göbel und Susanne Kuhr sind seit 2012 das neue Team.

Glücklicherweise gelang es dem Kerbverein, ein junges dynamisches Trio zu finden, das seit 2012 das Schreiben der Kerbrede übernommen hat. LA-Mitarbeiter Dominik Wejwoda hat mit dem textenden Dreiergestirn geredet.

Die Schreiberlinge sind Ulrich Braun, blau-weißer Kerbborscht 1988, auch bekannt als Vorstandsmitglied der Chorgemeinschaft. Der leidenschaftliche Sänger hat also Bühnenerfahrung. 2007 war er zum Beispiel beim Chorus Line Musical „Disneys Traumwelt“ der Armleuchter.

Der leidenschaftliche Sänger trug 2012 nicht nur Ideen zur Kerbrede bei,

sondern brachte sich auch bei der Produktion des Liedes ein. Zusammen mit Elena Göbel, die ebenfalls zum Team der Kerbredenschreiber gehört, nahm er vor einigen Jahren den beliebten Song „Kerb is Kerb“ auf.

Elenas große Leidenschaft ist das Tanzen. Zusammen mit Susanne Kuhr, die das Dreierteam vervollständigt, tanzte sie früher in einer Gruppe, die heute nicht mehr aktiv ist. Trotzdem treffen sich die Mitglieder weiterhin zum Stammtisch, an dem Göbel und Kuhr gerne und regelmäßig teilnehmen. Kuhr war 2004 Kerbmädchen des grün-weißen Jahrgangs.

Wie kam es dazu, dass Ihr nun die Kerbrede schreibt?

Nachdem Gaby Geier verkündet hatte, dass der Text 2011 die letzte Rede aus

ihrer Feder sein würde, haben uns die Verantwortlichen des Kerbvereins zu einer Sitzung des Organisationsausschusses eingeladen. Zwar kam das Anliegen für uns überraschend, aber wir haben bald Gefallen an der Idee gefunden und uns entschlossen, die Rede 2012 zu verfassen.

Wie war es, in die Fußstapfen von Gaby Geier zu treten?

Wir haben großen Respekt vor Gabys Leistung. Immerhin hat sie die Kerbbesucher seit mehr als 20 Jahren mit ihren Texten erfreut. Wir waren sehr aufgeregt und die Freude war groß, als sie uns nach der Rede 2012 lobte. Hier möchten wir auch noch einmal ein Lob an Kerbvadder Steffen Heß aussprechen, der die Rede sehr gut vorgetragen hat.

Schreibt ihr auch andere Texte?

Neben der Kerbrede schreiben wir keine anderen. Sie ist einzigartig. Braun: Ich habe früher zwar die Pressearbeit für die Chorgemeinschaft gemacht, aber das lässt sich nicht vergleichen.

Könnt Ihr unseren Lesern kurz den Ablauf bis zur fertigen Rede beschreiben?

Das variiert in jedem Jahr. Meistens warten wir ab, bis der aktuelle Jahrgang gewählt hat, da wir dem Kerbvadder die Möglichkeit geben wollen, selbst zu entscheiden, wer seine Rede schreiben soll. Natürlich sind wir das ganze Jahr auf der Suche nach Ideen und Stories für die Kerbrede. Wenn uns ein guter Reim einfällt schreiben wir ihn gleich auf.

Manchmal fällt uns auch einfach ein besonderes Wort ein,

das wir uns in

der Kerbrede gut vorstellen können. Spätestens im Mai müssen wir anfangen, das Konzept zu erstellen. Sonst entsteht schnell Zeitdruck, da der Kerbvadder ja auch noch üben muss und die Rede rechtzeitig fertig sein sollte. Wenn wir uns dann zum Schreiben treffen, tragen wir alle Ideen zusammen. Das Schreiben ist Teamarbeit. Wir texten mehr als die Hälfte gemeinsam, und die Passagen, die jemand alleine verfasst, wird im Team besprochen. Wir ergänzen uns sehr gut bei unserer Arbeit, die immer harmonisch ist.

Gibt es ein bestimmtes Wort, das ihr gerne mal in der Kerbrede unterbringen wollt?

Göbel: Ich würde gerne mal das Wort hellgääl Klaad einbringen. Das heißt ins Hochdeutsche übersetzt hellgelbes Kleid.

Wie kommt ihr an die Stories für die Kerbrede?

Auf ganz unterschiedlichen Wegen. Auch wenn wir die Rede erst seit 2012 schreiben, kennen uns viele Kerbfreunde schon länger und sprechen uns gezielt an, wenn sie etwas mitbekommen haben, was thematisch passt. Auch Thomas Beutel bekommt immer viele Informationen, die er natürlich mit einbringt. Die Kerbborschte und Zeitungsberichte liefern natürlich auch viel Stoff für die Rede.

Die Rede wird traditionell im Dialekt gehalten. Sprecht ihr privat Zimm’nerisch?

Im Berufsleben reden wir Hochdeutsch. Unter Freunden sprechen wir aber gerne Platt. Wir sind schließlich alle Zimm’ner und in den Familien wird ebenfalls viel Dialekt gesprochen. Die Rede auf Zimm’nerisch zu schreiben ist für uns gar kein Problem. Wenn wir dann doch einmal das ein oder andere Wort nicht wissen, schauen wir im Zimm’ner Wörterbuch von Dr. Manfred Göbel nach oder fragen Thomas Beutel.

Geht Ihr in diesem Jahr gemeinsam zur Kerbrede?

Natürlich werden wir die Rede gemeinsam im Rathaus verfolgen.

Wie fühlt Ihr Euch, wenn ihr am Ende die Rede hört?

Während des Kerbspruchs sind wir sehr aufgeregt und hoffen, dass die Rede bei den Zuhörern gut ankommt. Wenn wir merken, dass der Vortrag den Leuten gefällt, sind wir froh. Natürlich fiebern wir mit dem Kerbvadder mit und sind richtig stolz, wenn er die Rede schön vorträgt.

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