„Ast ankleben geht nicht“

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Manfred Amann zeigt den NABU-Freunden, wo die Schere angesetzt werden sollte.

Klein-Zimmern (bea) „Das ist kein Paradebaum für einen Schnittkurs“, sagt Manfred Amann und beäugt die kleine Quitte kritisch. Die wird nämlich von einer großen Rosenhecke bedrängt und ist deshalb einseitig gewachsen. Trotzdem versucht Baumschulengärtner Amann den Interessierten auch an so einem untypischen Gewächs die Grundregeln des Obstbaumschnitts zu erklären.

„Ab ist ab, wieder dran kleben geht nicht“, sagt er und rät, wenn man sich nicht sicher sei, einen Ast lieber dran zu lassen. „Wenn ich merke, der stört, kann ich ihn auch im Sommer noch wegschneiden.“ Zahlreiche Zimmerer haben sich am Samstagmittag auf der Obstwiese von Ralf Oesswein versammelt, um sich beim Obstbaumschnittkurs des NABU Tipps für den eigenen Garten zu holen.

Norbert Burger schaut sich schon zum dritten Mal die Schnittunterweisung an. „Ich habe von meinem Opa eine Obstwiese mit vielen Hochstämmen geerbt. Neben Äpfeln und Birnen stehen eine Kirsche und ein Nussbaum“, erzählt er. Außerdem habe er schon zwei Birnbäume neu gepflanzt, deswegen interessiere ihn auch der Erziehungsschnitt ganz besonders. Auf seiner Wiese stehen nur Hochstämme, schließlich muss er darunter mähen können und das Obst, das nicht gegessen wird, wird in Saft umgewandelt.

Irgendwann reicht die Handschere nicht mehr

Barbara Selmikeit lauscht den Erklärungen von Amann ganz genau. „Wir haben Apfelbäume und eine Zwetschge“. Die Zimmernerin hat jetzt das beste Anschauungsmaterial, denn von dem kleinen Quittenbaum wandert die Gruppe zu einem Hochstamm, einer deutschen Hauszwetschge.

Da reicht Amann die Handschere nicht mehr aus. Als Werkzeug kommt jetzt eine Schere an einem langen Stab zum Einsatz.

Aber auch die Zuschauer und Zuhörer dürfen nun einmal selbst Hand anlegen und einen Ast abschneiden oder absägen. Einer erklimmt die Leiter, vergewissert sich aber vor dem Sägen genau, ob er und Amann denselben Ast meinen. Wie gesagt „ab ist ab“.

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