Asyl für Fisch und Katz" im Bauhof

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Fisch und Katz sollen zurück zur Ziegelei.

Groß-Zimmern - Wanderer, kommst du nach Zimmern, so siehst du. . . . ja was denn? Wo einst hohe Schornsteine und ein Fabrikgebäude an die Industriegeschichte des Ortes erinnerten, sind jetzt Baustellen oder fertige Wohnhäuser. Von Gudrun Fritsch

Nicht nur Nostalgikern fehlen an der Darmstädter Straße die alten Industriebauten. Warum das Wohngebiet „Alte Ziegelei“ heißt, erschließt sich dem Besucher derzeit nicht. Doch das soll sich ändern. Die Investoren sind verpflichtet die Fabrikfassade in einen Baukörper zu integrieren und die Klinkerplastiken des Künstlers Well Habicht wieder aufzustellen.

Wann das geschieht, ist jedoch noch ungewiss. Die Fassade des Fabrikhauses wurde „Stein für Stein abgetragen, nummeriert, sorgfältig auf Paletten gestapelt und auf dem nahe gelegenen Pullmann-Hof zwischen gelagert“, berichtet Bauunternehmer Kevin Aumann von der „Arge Alte-Ziegelei“. Für das vordere Baugrundstück (Nummer 51) gebe es auch einen Kaufinteressenten, aber zunächst müsse man den Satzungsbeschluss der Gemeindevertretung abwarten.

Am Montag, 3. September, befasst sich zunächst der Planungsausschuss (20 Uhr im Rathaus) mit dem Thema und am Dienstag (11.) das Parlament. Dabei geht es natürlich auch um die Einwendungen bei der Auslegung des geänderten Bebauungsplanes.

Für und wider im Ausschuss

Neben der Vernachlässigung von Vereinbarungen für den Naturschutz bemängeln Kritiker unter anderem den laschen Umgang mit den denkmalgeschützten Skulpturen. Die aus Ziegeln gefertigte Katze und der Fisch mit Springbrunnen wurden bereits vor Jahren zum Schutz auf das Gelände des Gemeindebauhofes gebracht. Hier haben sie am Rand des Gebäudes Asyl gefunden und warten auf ihre Restaurierung und die Rückkehr in die Darmstädter Straße. Die Fabrikfassade mit den beiden Reliefs des Bildhauers soll als Frontansicht voraussichtlich in ein Mehrfamilienhaus integriert werden. Darauf haben sich die Projektentwickler Früchtenicht und Aumann haben mit der Denkmalschutzbehörde des Kreises verständigt.

Während die Zimmerner Grünen sowie andere Gemeindevertreter befürchten, dass der Standort nun zur Straße hin verlagert wird, um zusätzliche Bebauungsmöglichkeiten zu schaffen, meint Aumann: „Das Grundstück soll zehn Meter nach Süden verschoben und etwas größer werden, damit die Fassade von der Landesstraße aus besser sichtbar ist.“ Schließlich sollen zwischen Tor und Gebäude auch die Skulpturen vom Bauhof Platz finden. Wer sich mit der Restaurierung von Skulpturen, Wand und Mauer befassen wird, steht noch nicht fest. Allerdings rechnet Aumann mit Kosten von mindestens 150. 000 bis 200. 000 Euro. Auch weil die Auflagen des Denkmalschutzes vom potenziellen Käufer befolgt werden müssen und folglich den Kaufpreis senken, hält er es für gerechtfertigt, dass das Grundstück nun etwas größer ausfällt. Argumente für und wider den Bebauungsplan wird es am Montag im Ausschuss reichlich geben.

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