Streitpunkt Vertragslaufzeit für Sportgelände 

Athletenverein und Tennisclub weiter uneins

Groß-Zimmern - Wie geht es weiter mit dem Gelände des Athletenvereins „Vorwärts“ (AV) in der Johannes-Ohl-Straße, wo nicht nur Kraftdreikämpfer, Gewichtheber und Ringer ihre Trainingshalle haben, sondern auch der Zimmerner Tennisclub (TC) einen Teil der Fläche gepachtet hat? Von Jens Dörr 

Wie berichtet, möchte der TC kräftig am Standort investieren. Allein für die in die Jahre gekommenen Sanitäranlagen wären zwischen 20.000 und 50 000 Euro an Investitionen nötig. Der TC wünscht sich daher eine möglichst langfristige Verlängerung des bis 2017 laufenden und sich normalerweise „nur“ um automatisch vier Jahre verlängernden Pachtvertrags mit dem AV.

Diese Verlängerung scheuten die Athleten bislang. Um eine für beide Seiten zukunftsweisende Lösung zu finden, wurde mit Hans-Dieter Karl  der ehemalige Bürgermeister Erzhausens und aktuell Vorsitzende des Sportkreises Darmstadt-Dieburg  an den Verhandlungstisch geholt. Nun gibt es aus Sicht der Athleten die Chance auf einen schnellen Abschluss und einen Schlichtungsvorschlag. Der Tennisclub hingegen ist irritiert. Unter der Woche stellte der AVG-Vorsitzende Olaf Nimmerfroh dem LA ein Schreiben zur Verfügung, in dem er einen Vorschlag Karls aufgreift, den dieser Nimmerfrohs Ausführungen zufolge in der Sitzung der vorletzten Woche gemacht haben soll.

Knackpunkt Vertragslaufzeit

Der Vorschlag sieht einen neuen Vertrag mit einer Laufzeit von 25 Jahren sowie eine deutlich höhere Pacht vor. Vor allem erstgenannter Aspekt war bislang Knackpunkt: Der Athletenverein wollte zunächst keine längere Vertragslaufzeit als 15 Jahre eingehen; der Tennisclub forderte ob der gewünschten größeren Investitionen aber eine längere Zusicherung für den sicheren Verbleib in der Ohl-Straße.

Im Schreiben nennt Nimmerfroh nun das Resultat einer Vorstandssitzung der Athleten: Trotz „erheblicher Bedenken und nur, weil es der Vorschlag des Mediators ist“, werde man sich bei erhöhter Pacht auf die eigentlich ungeliebte 25-jährige Laufzeit einlassen. Der neue Vertrag mit der angepassten Pacht könne zum 1. Januar 2015 in Kraft treten. Man hoffe nun auf ein zeitnahes Ende der Gespräche.

Genaue Formulierung wird angezweifelt

Marc Faig, Vorsitzender des Tennisclubs, ist nach einer Vorstandssitzung seines Vereins hingegen irritiert von Nimmerfrohs Worten. Einerseits sei fragwürdig, weshalb die Athleten nun während der laufenden Schlichtung an die Öffentlichkeit gingen. Andererseits sei zwar „ein wahrer Kern“ am Schlichtungsvorschlag dran, er sei von Karl aber nicht explizit so formuliert worden. Nimmerfroh bestreitet das: „Das war wortwörtlich sein Vorschlag.“

Zu dem kommt es zeitnah allerdings wohl doch nicht. Während Nimmerfroh betont, mit der 25-jährigen Laufzeit habe sein Verein „die größte Kröte geschluckt“, zweifelt der Tennisclub an, dass die neue, rund 60 Prozent über der bisherigen liegende Pacht marktüblich und berechtigt ist. Es fehlten aussagekräftige Vergleichswerte, da die Vermietung von Verein zu Verein eher selten ist und Sportvereine stattdessen meist kommunalen oder kirchlichen Grund und Boden pachten. Die Gespräche werden in dieser Woche fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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