Auch bei Auswärtigen ist G9 gefragt

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Viele Eltern von Viertklässlern sind zum Informationsabend der Albert-Schweitzer-Schule gekommen. Rektor Helmut Buch stellte die Schule vor und beantwortete zahlreiche Fragen.

Groß-Zimmern ‐ Etliche Fragen hatten die Eltern, die zum Infoabend am Montag an die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) gekommen sind. Schulleiter Helmut Buch und die Fachbereichsleiter der Zimmerner Gesamtschule stellten ihre Programme vor und benannten die Vorteile der Bildungseinrichtung im Ort und insbesondere die von G9, dem neunjährigen Gymnasialzeit, zu der die ASS im laufenden Schuljahr zurückgekehrt ist. Von Ulrike Bernauer

Und das war offensichtlich eines der Themen, für das sich besonders viele Eltern interessierten. Nicht wenige sind gerade wegen der längeren Gymnasialzeit auch aus Dieburg nach Groß-Zimmern gekommen. „Das Gymnasium bedeutet für die Kinder sowieso schon Stress und stellt erhöhte Anforderungen, da würde ich mir und meinem Sohn das Jahr mehr gerne gönnen“, sagte Lydia Janowitz aus Dieburg. Christine Groh kommt ebenfalls aus dem Nachbarort und würde ihr Kind auch gerne länger auf die Schule schicken: „Ins Arbeitsleben kommen die Schüler immer noch früh genug“, meint sie.

Tag der offenen Tür

Für Samstag, 5. Dezember, lädt die Albert-Schweitzer-Schule alle Eltern und Interessierten zum Tag der offenen Tür ein. Von 9 bis 12 Uhr bietet die Gesamtschule in der Dresdener Straße Unterrichtsmitschauen in verschiedenen Fächern und Klassen an, die Schulbands und andere Gruppen sowie der Förderverein sind zu sehen und in der Cafeteria gibt es Kaffee und Kuchen. Besonders Eltern derzeitiger und künftiger Schüler sollen Gelegenheit haben, die Schule näher kennen zu lernen und miteinander sowie mit den Lehrern ins Gespräch zu kommen.

Fraglich ist allerdings, ob für Dieburger Interessenten überhaupt ausreichend Plätze zur Verfügung stehen. Die ASS startet normalerweise mit zwei Gymnasialklassen in Klasse fünf, sollten alle Plätze schon mit Zimmerner Kindern belegt sein, hätten die Dieburger das Nachsehen. „Wie viele Klassen eingerichtet werden, darüber bestimmt das Schulamt. Mein Einfluss ist gering“, erklärte Buch. Der Sohn von Glenn Dammkröger besucht zur Zeit die Friedensschule. „Ich bevorzuge die verlängerte Gymnasialzei, aber ich bin nicht glücklich über die Groß-Zimmerner Insellösung“, meinte Dammkröger. „Was passiert bei einem Umzug in eine Gemeinde, deren Schule nach G8 arbeitet?“, fragte der Vater und gab gleich die Antwort: „Wahrscheinlich müssen Sie dann ihrem Kind plausibel machen, dass es eine Klasse wiederholen muss, obwohl es gar nicht sitzen geblieben ist“. Auch Tanja Kretschmer aus Groß-Zimmern sieht in G 9 die beste Fördermöglichkeit für ihr Kind. Yvonne Rudolph, ebenfalls aus Zimmern, wird ihre Tochter Ronja ziemlich sicher zur ASS schicken. „Ich bin selber hier zur Schule gegangen und bin erstaunt, was sich hier alles getan hat“. Rudolph, alleinerziehend und vollzeit berufstätig, ist auf die Mittagsverpflegung und die Hausaufgabenbetreuung angewiesen.

Fragen gab es an Schulleiter Buch auch zur Durchlässigkeit zwischen den Schulformen. „Wie leicht ist der Wechsel von der Förderstufe in eine Gymnasialklasse?“, wollte ein Vater wissen.

Normalerweise sei das einfach, wenn die Klassenkonferenz den Wechsel des Schülers befürwortet. Problematisch könne es werden, wenn wie zur Zeit, die Gymnasialklassen bis auf den letzten Platz besetzt sind. „Aber irgendwann wird sich auch hierfür eine Lösung finden“, so Buch. „Nur können wir im Moment unmöglich Schüler mitten im Schuljahr wechseln lassen“.

Informationen zur Albert-Schweitzer-Schule

Von einer im Jahr 1968 gegründeten Mittelpunktschule entwickelte sich die Albert-Schweitzer-Schule zu einer Gesamtschule. Seit 1995 gibt es den Gymnasialzweig ab der Klasse 7, seit 2001 beginnen die Gymnasialklassen schon ab dem fünften Schuljahr. Die ASS zählt mit ihrer Betreuung bis 15.30 Uhr, freitags bis 15 Uhr, zu den familienfreundlichen Schulen. Nachmittags können von den Schülern Arbeitsgemeinschaften besucht werden. Mit der zweijährigen Förderstufe und dem parallelen Schulformen: Gymnasium (von Klasse fünf oder sechs bis zehn) sowie Haupt- und Realschule, gibt es eine größere Durchlässigkeit zwischen den unterschiedlichen Schulzweigen. Für die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit entschieden sich Eltern und Lehrer der Schule, weil sie den Kindern weniger stressiges Lernen ermöglichen wollen. Die G 8 bedeute 540 Unterrichtsstunden weniger und sehr viel mehr Nachmittagsunterricht, um ein ganzes Schuljahr aufzufangen. Informationen finden Sie hier.

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