Kerbumzug

Auch feucht bleibt es fröhlich

+
Höhepunkt der Kerb war der Festumzug.

Gross-Zimmern - Das Positive vorweg: Sintflutartige Ausmaße, wie bei der „Wasserkerb“ 1986, hatte die Kerb 2013 nicht. Aber just zum Umzug am Sonntag drehte Petrus alle Hähne auf und ließ es auf die Kerbgesellschaft tüchtig regnen.

„Immer, wenn die grün-weißen Jahrgänge feiern, regnet es“, zog eine ältere Bürgerin Bilanz, die gut beschirmt in der Dieburger Straße auf den Kerbumzug wartete. Um sich die Zeit bis zum Defilee zu versüßen, wurde Sekt ausgeschenkt und alte Kerbepisoden wurden aufgewärmt. Sonnenschirme leisteten entlang der Zugstrecke gute Dienste, wo sich diesmal weniger Bürger versammelt hatten. Stefan Föhlich, so erfuhr man in der Dieburger Straße, war der unglückliche Kerbvadder 1986, dessen Fest fast hinweggespült wurde, sodass die Kerbredd erstmals in der Halle verlesen wurde.

Lesen Sie dazu auch:

„Kerbborpfte kriee Perle“

Zurück ins Jahr 2013: Mehrere hundert Umzugsteilnehmer scherten sich nicht um tropfnasse Kostüme und Umzugwagen, denn „Kerb is nur oamol im Joar.“

Dem Umzugsmotto „Augsburger Puppenkiste“ trugen die 37 Gruppen virtuos Rechnung. Zimmern ließ die Puppen tanzen, im wahrsten Sinn des Wortes. Jim Knopf, Urmel aus dem Eis, Mama Wutz und die Blechbüchsenarmee flanierten tanzend und feiernd vorüber. Aufwendige Motivwagen rollten vorbei, selbst Dampflok Emma war mit von Partie. „Die Könige laafe uff de Stroße rim!“, tatsächlich war eine ganze Delegation gekrönter Zugteilnehmer in edlem Gewand unterwegs – der Kerbverein zeigte sich von hoheitlicher Seite.

Wortspielereien wie Augsburger Bierkiste, Jim Knopf und die vorsilbernen Kerbborschte oder die Wilde 15 ließen die „Zimmerner Puppenkiste“ phantasievoll aufleben. Voll von der Roll´ war diesmal der Jahrgang 1953/54. Die feierfreudige Truppe freute sich auf der geschmückten Rolle über Besuch des aus Übersee. Der verloren geglaubte Kerbborschte Horst Grüberl war von weit her angereist. „1977 bin ich nach Kansas ausgewandert“, sagte der entfleuchte Kerbborscht mit breitem amerikanischem Akzent. Nun ist er zurückgekehrt, um mit seinem Jahrgang die 40. Kerb zu feiern. „Long Story“, schmunzelte er zur Vorgeschichte, doch kurz gesagt: Internet und Facebook machten es möglich, den Schulkameraden mehrere Tausend Meilen entfernt aufzuspüren. „Wir haben zusammen bei Elektro-Poth unsere Ausbildung gemacht“, erzählte Kamerad Gerhard Düsel – und natürlich Kerb gefeiert. Eine „Sause“ wie vor 50 Jahre feierten auch die Goldenen Kerbborschte, die gegen Ende des Umzugs auf dem Festwagen vorüberzogen.

Bilder zur Kerb

Kerb mit Festumzug

Gut geschützt unter dem Dach der Pferdekutsche rollte das Dreigestirn mit dem Kerbmädchen, Vadder Laurin Uebel und Mundschenk Joshua Kristen vorüber. Franzi strahlte – das wunderschöne grüne Kleid war makellos. Die gut gemeinten Absichten, die festlich geschmückten Pferde vor dem Gefährt vorm Regen zu schützen (sie standen vor Beginn zwischen Einkaufswagen unter dem Vordach eines Supermarktes), waren vom Dauerregen zunichte gemacht worden. Schließlich, Kerb sei dank, versiegte der Regen doch, denn eine zweite Wasserkerb wie die legendäre Version 1986 sollte es wohl nicht werden.

ula

Kommentare