Ausbildung vor dem Studium

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Sarah Löw (vorn) will Erzieherin werden.

Groß-Zimmern ‐ Sarah Löw ist 18 Jahre alt und befindet sich zur Zeit in der Ausbildung zur Sozialassistentin. Nach den Ferien beginnt sie ein einjähriges Praktikum im Jugendzentrum. Zunächst will die junge Frau aus Groß-Zimmern Erzieherin werden und anschließend wahrscheinlich noch studieren. Ein Interview mit der neuen Praktikantin führte LA-Mitarbeiterin Ulrike Bernauer.

Warum haben Sie sich hier einen Praktikumsplatz gesucht und nicht in einem Kindergarten?

Ich will gerne mit älteren Kindern arbeiten, mit acht-, neun- oder zehnjährigen, eben das Alter, in dem sie hier sind. Von den Älteren kommt mehr zurück. Außerdem überlege ich noch, eventuell Grundschullehrerin zu studieren.

Wenn Sie nach der Ausbildung im Beruf bleiben und nicht mehr studieren, wo wollen Sie dann arbeiten?

Im Kinderhort auch mit den Älteren und am liebsten nachmittags. Ich würde gerne mit den Kindern basteln und viel mit ihnen unternehmen

Warum haben Sie sich Erzieherin als Beruf ausgesucht?

Ich habe mich schon immer gerne mit Kindern beschäftigt. Ich habe eine kleine Cousine, mit der war ich immer gerne zusammen. Hier im Jugendzentrum war ich auch schon öfter als Betreuerin bei den Ferienspielen dabei. Deshalb habe ich mich auch hier um einen Praktikumsplatz beworben.

Wie werden Sie im kommenden Jahr eingesetzt?

Ich muss fünf Stunden „am Kind“ sein, also in direktem Kontakt mit den Kindern. Zwei Tage die Woche gehe ich in die Schule und drei Tage bin ich im Jugendzentrum.

Hat Ihnen das erste Jahr der Ausbildung, das Sie ja bereits hinter sich haben, Spaß gemacht?

Auf jeden Fall! Auch meine Noten haben sich schwer verbessert. Ich war auf der Albert-Schweitzer-Schule nie die beste Schülerin, das ist jetzt anders. Die Lehrer auf der Erzieherschule sind selbst Erzieher oder haben im Pflegeheim gearbeitet. Die bringen den Stoff ganz anders rüber, als das die Lehrer an der Schule tun. Früher war es ein Problem für mich, vor der Klasse zu sprechen. In der Erzieherschule wird jede Stunde jemand noch vorne gerufen und macht sich da zum Affen. Das ist mittlerweile überhaupt kein Problem mehr für mich.

Wie groß ist ihre Klasse und gibt es dort auch Männer, die Erzieher werden wollen?

Wir waren im ersten Jahr 24, werden aber jetzt aufgeteilt in Erzieher- und Pflegeschüler. In der neuen Klasse werden wir voraussichtlich 20 sein. Es gibt einige Männer an der Schule, aber nicht viele. Die meisten wollen auch nicht Erzieher werden, sondern später noch studieren und die wenigsten von ihnen wollen in den Kindergarten gehen. Einer aus meiner Klasse will zum Beispiel später Musiktherapeut werden.

Sie heißen mit Nachnamen Löw und sind Betreuerin bei den Fußball-Ferienspielen. Sind Sie schon öfter auf ihren berühmten Namensvetter, Bundestrainer Jogi Löw, angesprochen worden?

Das kommt schon ab und zu vor. Aber meistens ist das scherzhaft gemeint und ich antworte dann auch scherzhaft. Den Kindern hier ist das eigentlich gar nicht so richtig aufgefallen. Ganz am Anfang war mal Jubel wegen Jogi Löw, aber dann kam nichts mehr. Die nennen uns hier alle beim Vornamen.

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