Ausfliegende Jungvögel sind nicht allein

+
Auf dem Foto sind sowohl ein bettelnder Hausrotschwanz (oben) als auch eine junge Kohlmeise (unten) zu sehen, beide Jungvögel werden noch von den Eltern gefüttert.

Groß-Zimmern - Derzeit kann man überall Jungvögel beobachten, die vermeintlich alleingelassen im Gebüsch oder auf der Wiese hocken und manchmal laut rufen. Der NABU appelliert an Naturfreunde, die Jungtiere nicht zu stören oder gar mitzunehmen.

„Die Tiere sind nicht von ihren Eltern verlassen und rufen nicht um Hilfe“, erklärt der Vorsitzende Lothar Jacob. Viele Jungvögel werden jetzt flügge und unternehmen erste Flugversuche in der Umgebung des Nestes. Mit ihrem „Bettelruf“ nehmen sie regelmäßig Kontakt zu den Eltern auf, um weiter gefüttert zu werden. Nur wenn Jungvögel an gefährlichen Orten wie Straßen und Gehwegen sitzen, sollte man sie vorsichtig aufheben und ins nächste Gebüsch tragen. Der NABU bittet Katzenbesitzer, den Stubentigern während der Brutzeit das Anpirschen an Jungvögel zu erschweren, beispielsweise durch das Umhängen eines Glöckchens. Da Jungvögel noch nicht richtig fliegen können, sind sie eine leichte Beute für Katzen.

Hätten Sie es gewusst? So alt werden Tiere

Hätten Sie es gewusst? So alt werden Tiere

Außerdem wird darum gebeten, Jungvögel auf keinen Fall mit nach Hause zu nehmen, um sie zu pflegen. In der Regel brauchen sie keine Pflege und werden von ihren Eltern auch dann weiter versorgt, wenn sie schon am Ausfliegen sind. Denn obwohl sie flügge werden, bleiben sie manchmal noch einige Zeit in der Nähe des Nestes, wo sie von den Altvögeln noch einige Zeit lang betreut werden.

Die Bettelrufe hören auf, wenn die Jungtiere richtig fliegen und sich selbst versorgen können. Wer Vögel in Obhut nimmt, richtet meist mehr Schaden als Nutzen an. Hilfe sei nur bei offensichtlich verletzten Jungvögeln sinnvoll, so Jacob. 

guf

Kommentare