Mit Kaufangebot möglicherweise schlafende Hunde geweckt.

Ausschuss tagt im Wald

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Stefan Pullmann (rechts) erklärt den Politikern sein Anliegen.

Groß-Zimmern (guf) ‐ „Bzzzzz - patsch!“, war das recht unangenehme Geräusch beim ansonsten eher angenehmen Ortstermin des Planungs- und Umweltausschusses (PU) am Montagabend im Grünen. Mit stechenden Argumenten machten die Mücken klar, dass sie sich über den Besuch wenig freuten.

Stefan Pullmann betreibt Erdbau-, Abbruch- und Transportarbeiten in der Waldstraße neben dem Gelände des Hundevereins. Das Unternehmen mit zwei Angestellten läuft gut, weshalb Pullmann für die Zwischenlagerung von Aushubmaterial gerne noch zusätzlich das als „private Grünfläche“ ausgewiesene 7 000 Quadratmeter große gemeindeeigene Gelände nördlich seines Grundstückes erwerben würde.

Um sich ein besseres Bild von Lage und Zustand der Anwesen machen zu können, kamen die Ausschussmitglieder in der Waldstraße zusammen. Für sie hatte Pullman den Damm im hinteren Bereich seines Geländes extra abmähen lassen. Die meterhohe Gratwanderung sorgte tatsächlich für gute Sicht über die Baumanlagen und die angrenzenden Vereinsgrundstücke sowie auf die Waldstraße.

„Beim nächsten Sturm könnten diese Bäume auf mein Fabrikgebäude stürzen“, erklärte der Unternehmer, der schon einmal zum Opfer geworden ist. Gerne würde er auf diesem östlich gelegenen Grundstück einige Bäume roden und die Wurzeln entfernen. Weitere Gebäude wolle er hier nicht errichten, womit er Fragen der SPD und der Grünen bereits beantwortet hatte.

Günstig sei der Preis von 30 000 Euro zwar, aber hinsichtlich der eingeschränkten Nutzung sei dies vertretbar, plädierte Ausschussvorsitzender Wolfgang Kunkel (CDU) für die notwendige Änderung des Bebauungsplanes. Ein klares Signal für den Unternehmer hätte er gerne sofort gehabt, doch das gab es noch nicht.

Zwar sahen die Kommunalpolitiker das Anliegen insgesamt positiv, wollten jedoch weiter darüber beraten und über mögliche Verhandlungsergebnisse von Antragsteller und Gemeindevorstand auf der Septembersitzung entscheiden.

Ins Auge gefasst haben sie bei ihrer Gratwanderung jedoch auch die Grundstücke der angrenzenden Vereine. Die Tellschützen nutzen ihr Gelände eifrig, anders sieht es wohl mit dem Hundeverein aus. „Es sind nur zwei oder drei Mitglieder aus Zimmern. Der Pachtvertrag müsste erneuert werden“, beantwortete Grimm die Fragen der Ausschussmitglieder. Nicht schlecht staunten die, als sie den Jahresmietpreis von lediglich 50 Euro erfuhren. Auf dem Weg zum Sitzungsort in der Waldschule wurde dann eifrig darüber diskutiert, ob man diesen Vertrag verlängern sollte oder mit dem Gelände nicht etwas besseres anfangen könnte.

So gesehen hat Pullmann mit seinem Antrag wohl ungewollt schlafende Hunde geweckt.

Zum Antrag von Georg Pullmann, der das 1 000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Volksbank und Altenwohnanlage kaufen und mit einem Mehrfamilienhaus bebauen will, wurde erläutert, dass ein sechs Meter breiter Streifen über dem Abwasserkanal herausparzelliert werden müsste. Nach Klärung der Modalitäten soll über die Bebauungsplanänderung entschieden werden.

Dem Vorschlag, die Sanierung der Mehrzweckhalle im Rahmen der Förderung energetischer Modernisierung nicht anzugehen (wir haben berichtet), stimmten die Politiker zu. Grimm erklärte, dass die Arbeiten für den Brandschutz begonnen haben und sich gezeigt habe, dass Mehrkosten in Höhe von 40 000 Euro entstehen werden. „Der Zustand wird eben erst sichtbar, wenn man etwas enthüllt hat“, erläuterte Grimm.

Heute um 20 Uhr kommt der Haupt- und Finanzausschuss im Rathaus zusammen. Zum Auftakt der Sitzung wird mit Vertretern des PU und dem Sachverständigen die Mehrzweckhalle besucht, wo die Arbeiten für den Brandschutz besichtigt und erläutert werden.

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