„Kaffeesage“: Kunst zu Kaffee und Kuchen

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Engel und andere Motive von Ulrike Schulte in Bildern festgehalten sind seit Mittwoch im Seniorenheim zu sehen.

Gross-Zimmern - Zu einem Forum für die schönen Künste soll das Seniorenheim Gersprenz werden. Am Mittwoch wurde die erste Gemäldeausstellung eröffnet. Von Ursula Friedrich

Kräftige Farben, wie sie der Frühling in die Landschaft malt, zieren im grauen Oktober die Wände des Seniorenheims Gersprenz. Ulrike Schulte hat in ihrer jungen Karriere als Kunstschaffende bereits eine tolles Repertoire lebensfroher, großformatiger Werke geschaffen.

Alle farbverliebten Gemälde zeigen Menschen oder Himmelsgeschöpfe – vor allem jedoch Dynamik und Lebensfreude. „Ulrike Schulte malt erst seit 2010“, sagte die Malerin Monika Belke in ihrer Laudatio im Seniorenheim, dessen gemütlicher Aufenthaltsraum unter dem Ansturm der vielen Besucher völlig überfüllt war. Etwa vor zwei Jahren begann die Kooperation von Lehrerin Schulte und der Senioreneinrichtung. Mit ihrer Klasse der Angelgartenschule zeigte Schulte das Märchen vom Froschkönig und bemalte eine ganze Wand im Außenbereich. Im Gegenzug unterstützte Seniorenheimleiter Franz-Josef Partsch die Kinder tatkräftig bei der Apfelsaftproduktion.

Minimalistische Mittel

Die Ausstellung führte nun alle zusammen: Schulkinder, Senioren und eine Vielzahl interessierter Besucher. Da eine Vernissage zur fortgeschrittenen Stunde den Tagesrhythmus der Bewohner durcheinander gebracht hätte, hob Partsch einen neuen Typus Veranstaltung aus der Taufe: die Kaffeesage. Unterschiedlichste hausgemachte Kuchen und anschließend ein Gläschen Sekt wurden Hausbewohnern und Gästen zur Kaffeezeit serviert.

Zwischen all dem Trubel wurden die auf großen Leinwänden dargestellten „Gestalten“ bestaunt. Zentral platziert Ulrike Schulte ihre Protagonisten – ohne sich mit filigranem Beiwerk oder Hintergründen aufzuhalten. Der (weibliche) Mensch, ob als Tanzender, Eiskunstläufer oder liegender Akt, ist ihr Thema, dem sie kühn mit viel Esprit, vor allem jedoch in unterschiedlichen Rot- und Orangetönen Gestalt verleiht. Um ihre Botschaft transparent zu machen, reduziert die Lehrerin ihre Darstellung auf das Wesentliche. Setzt mit minimalistischen Mitteln, jedoch umso mehr Farbe und dynamischer Pinselführung, ihre Ideen auf der Leinwand um. Ein zweites Thema sind die Engeldarstellungen, die ebenfalls in kräftigen Farben die Wände des zweiten Stockes der Gersprenz schmücken. Bis zum 4. November sind die Bilder täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

Dann soll eine neue Ausstellung, vermutlich mit Fotografien der LA-Mitarbeiterin Ulrike Bernauer, zu sehen sein.

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