Die zwei Leben des Martin Meyer

Vom Autoverkäufer zum DJ

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DJ Martin Meyer legt alle Genres auf.

Groß-Zimmern - Wer einen Eindruck davon bekommen möchte, was die Musik für Martin Meyer bedeutet, sollte ihn in seiner Wohnung in Klein-Zimmern besuchen. Ein eigenes Zimmer hat der 29-Jährige im ersten Stock hergerichtet, darin alles, was das Herz eines Disc-Jockeys begehrt.Von Jens Dörr

Seit einem Jahrzehnt legt DJ Martin Meyer, wie er sich auch offiziell ankündigt, mittlerweile auf - und hat trotz seiner Jugend auch zum älteren Publikum den direkten Draht. „Auch bei älteren Leuten komme ich irgendwie gut an“, freut sich der gebürtige Groß-Zimmerner, der nun mit Freundin und Hund im Ortsteil lebt. Tagsüber arbeitet Meyer als Autoverkäufer in Offenbach.

Abends - vor allem am Wochenende - heizt er auf Veranstaltungen ein. „Ich verstehe mich als Dienstleister und nehme mich mit meinem eigenen Geschmack zurück“, sagt Meyer. Was der, der ihn bucht, möchte, wird gespielt - ein „Nein“ gebe es praktisch nicht. Wobei er beispielsweise keine „Böhse Onkelz“ spielen würde, denen bekanntlich - ob nun berechtigt oder nicht - eine gewisse Nähe zur rechten Szene nachgesagt wird. Ein Konzept, das ankommt: Die Zahl der auftrittsfreien Wochenenden hat für Martin Meyer zuletzt deutlich abgenommen. „Vor vier Jahren hat das mit dem Auflegen nochmals Fahrt aufgenommen“, schaut er zurück. Musik macht er bereits seit zehn Jahren. Legte zunächst sporadisch auf Geburtstagen auf. Daraus ist mittlerweile eine wesentlich größere Zahl an „Gigs“ geworden - auch weil er noch mehr Genres in sein Repertoire aufgenommen habe, soMeyer. Aus 40 000 Titeln - von Walzer bis Techno, auf Englisch, Türkisch und Deutsch - schöpft der DJ. Wobei es nicht reicht, Musik zu mögen und viele Lieder in petto zu haben: Ein eigener Kleinbus steht vor der Wohnung, um das Equipment zum Auftritt zu kutschieren.

Musik für 200 Menschen

Besonders gerne in Schwung bringt DJ Martin Meyer kleinere Privat- oder Betriebsfeiern.

Controller, Boxen, Lichttechnik - „ich kann Gesellschaften mit bis zu 200 Personen beschallen“, meint Martin Meyer. Das alles braucht Platz und will transportiert werden. Über den Gesamtwert seiner Ausrüstung schweigt sich der Klein-Zimmerner lächelnd aus. Man muss jedoch kein Technikkenner sein, um zu vermuten, dass er in die Tausende und Abertausende geht. Denn akustisch wie optisch soll es schließlich Hand und Fuß haben, wenn Martin Meyer zur musikalischen Tat schreitet. Die findet in Frankfurt, Mainz, Wiesbaden „oder im tiefsten Odenwald“ statt. In Groß-Zimmern und der näheren Umgebung würde Meyer gerne noch öfter auftreten - „ich spiele am liebsten regional“.

In Clubs legt er in der Regel nicht auf - Weihnachts- und Betriebsfeiern, Hochzeiten und Geburtstage sind eher seine Welt. „Ich habe gerne den persönlichen Draht zu den Leuten, der in kleinerem Rahmen besser gegeben ist.“ Eins jedoch sei allen Auftritten des Groß-Zimmerners gemein: „Der schönste Moment ist der, wenn die Leute tanzen und springen.“

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