Alle Generationen laufen um die Kirche

Mit Baby und im Rollstuhl

Judith Wörtche lief mit Leandro im Tragetuch.

GROSS-ZIMMERN. 136 Menschen gingen beim zweiten Sponsorenlauf des Orgelfördervereins auf die Straße, um „laufend“ ihren Beitrag für ein neues Instrument zu leisten. Rund 780 Kilometer legten die Teilnehmer zwischen zwei und 82 Jahren zurück. Von Ursula Friedrich

Der Sparstrumpf für die neue Orgel in der katholischen Kirche ist so auf über 130 000 Euro angeschwollen.

„Wir laufen von Groß-Zimmern nach Rom“, war das Motto des Sponsorenlaufs, der am Samstag 136 Menschen mobilisierte. „Bis Florenz habt ihr es geschafft!“, rief Friedrich Faust, der die Veranstaltung unermüdlich moderierte und beim anschließenden gemütlichen Ausklang auf der „Ranch“ die „Top drei“ der Läufer ehrte.

Um bei dem Benefizlauf einen Beitrag zu leisten für den lang gehegten Wunsch, einer neuen Orgel, waren Menschen aller Generationen dabei, und das auf unterschiedlichste Weise.

Der jüngste Teilnehmer, Leandro Wörtche (vier Monate), wurde im Tragetuch von Mama Judith fünfzehn Runden geschleppt. Deren Mutter, Barbara, schob Rollstuhlfahrer Karl Till 26 Runden, die mit jeweils 350 Metern zu Buche schlugen.

Die Kerbborschte 2012 erleichterten sich den Sportmarathon mit einem Bobbycar. Und Marathonmann Andreas Ringowski musste sich schwer ins Zeug legen, um den anvisierten Rekord aufzustellen. Denn auf der Rundstrecke war sein Sohn Gregor härtester Konkurrent. Nach 107 Runden, 37,45 Kilometern, gelang es dem Senior doch noch, sich als Spitzenreiter zu etablieren.

Mit donnerndem Sound der ASS-Trommelkids, vielen Zaungästen und guter Laune wurde die Benefizlaufveranstaltung gefeiert, die sich über viele Stunden zog.

„Eine Besonderheit Groß-Zimmerns ist, dass es keine Großspender für die neue Orgel gibt“, sagte Manfred Göbel, Vorsitzender des Orgelfördervereins. „Hier engagieren sich viele, und wir sind in drei Jahren zu einer tollen Summe gekommen!“, so Göbel.

Die 130 000 Euro Marke auf dem Sparkonto dürfte nun zwar geknackt sein. Doch: Das Instrument, vor zwei Jahren beim Orgelbauer geordert, kostet mindestens 250 000 Euro. Die Finanzierung sei „kein Kurzstreckensprint, sondern ein Marathonlauf“, zeichnete Göbel ein anschauliches Bild.

Trotz aller Mühsal, genügend Mittel zusammenzutragen, hat das mannigfaltige Engagement des Orgelfördervereins auch ganz andere Blüten. Es vereint viele Menschen unterschiedlicher Generationen, die für die gemeinsame Sache eintreten.

Für die außergewöhnlichsten und besten Leistungen beim Sponsorenlauf gab es auch materielle Anreize: Gutscheine, Sachpreise und Pokale, von Gewerbetreibenden und Einzelspendern gestiftet, wurden zum Abschluss übergeben. Um die Feier perfekt zu machen, gab es kühle Getränke und Grillwürstchen sowie ein munteres Ständchen der Kirchenspatzen.

Die Bestenliste: Liesel Röhrig, 82 Jahre, erhielt den Ehrenpreis als älteste Teilnehmerin. Luisa Glaser, zwei Jahre, sowie Leandro Wörtche (vier Monate) Preise als jüngste Telnehmer.

Die größte „laufende“ Gruppe war der Kirchenchor, gefolgt von den Ministranten. Mit 80 Runden war Gabi Wolter beste Teilnehmerin und dritte in der Gesamtwertung.

Gregor Ringowski legte 102 Runden zurück und wurde zweiter während Andreas Ringowski mit 107 den neuen Streckenrekord hält.

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