Bach, Wald und Wiesen

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Die Dritklässler der Geißbergschule sind stolz auf ihre Ausstellung und zeigen selbst Gebasteltes.

Klein-Zimmern - „Wir hatten überhaupt keine Schule“, freut sich Justin noch im Nachhinein. Seine Klassenlehrerin, Bettina Geißler, definiert das jedoch anders. Von Ulrike Bernauer

Sie findet vor allem, dass die Kinder der dritten Klasse der Geißbergschule in Klein-Zimmern beim Projekt „Lebensräume erkunden im Messeler Hügelland“ viel gelernt haben. Auch wenn sie dabei tatsächlich an einigen Vormittagen nicht die Schulbank gedrückt haben. Stattdessen erkundeten die Grundschüler Bach, Wiese, Wald und Streuobstwiese in einem Kooperationsprojekt zwischen der Klein-Zimmerner Grundschule und der Waldschule.

So gut hat den Drittklässlern, die zu Beginn des Projektes im März noch die zweite Klasse besuchten, der Unterricht gefallen, dass sie auch im November noch ins Schwärmen geraten.

Ganz nebenbei eine Menge gelernt

Die Bacherkundung stand bei den meisten an erster Stelle. Die Kinder konnten herzlich darüber lachen, dass ein Zollstock ins Wasser gefallen war und, wie der Waldschul-Vorsitzende, Förster Martin Starke anmerkte, „nun vielleicht schon im Main schwimmt.“ Sie lachten auch darüber, dass einer von ihnen im Wasser gelandet war. Gelernt haben sie ganz nebenbei eine Menge. Fasziniert waren sie von den gefundenen Tieren, beispielsweise den Bachflohkrebsen, die sie mit selbst gebastelten Lupen auch unter Wasser beobachteten. Lenny fand zudem die Sammlung von Daten toll. Die Schüler erkundeten, wie tief die Gersprenz in der Nähe des Leo-Steges ist, wie schnell sie fließt und wie breit sie ist. Das indische Springkraut, das sich dort sehr ausgebreitet hat, lernten sie ebenfalls kennen.

Begeistert waren die Schüler auch von der Erkundung der Obstwiese, hier durften sie die vielen verschiedenen Apfelsorten probieren. Eindrücklich ist ihnen noch in Erinnerung, dass einer von ihnen 17 Äpfel im Rucksack verstaut hatte, um sie für das Schulfest, an dem gekeltert wurde, mit zu schleppen. Sie lernten aber auch, dass auf einer Obstwiese neben Apfelbäumen oft auch Kirsche, Walnuss, Birne oder Pflaume zu Hause sind.

Eigenes Handeln beeinflusst Leben anderer Menschen und Tiere

Tiere, Pflanzen und deren Lebensbedingungen, Abhängigkeiten und Beziehungen kennen lernen, das war eines der Ziele des Projektes mit der Waldschule. Die Grundschüler sollten aber auch erkennen, dass ihr Handeln das Leben anderer Menschen sowie das der Tiere und der Pflanzen beeinflusst. „Wir haben ein Heupferd gefangen, dem fehlte dann ein Bein“, erinnert sich ein Schüler.

Insgesamt sieben Termine von März bis November erforderte die Naturerkundung, wobei drei der Vor- und Nachbereitung dienten. Vier Termine mit jeweils vier Schulstunden blieben den Schülern in der freien Natur.

Dass die Erlebnisse eindrücklich waren, belegt auch die Ausstellung, die die Klein-Zimmerner Schüler gestaltet haben. Plakate zeigen die vier unterschiedlichen Lebensräume, Gesammeltes liegt in Kisten und jedes der 14 Kinder hat einen Ordner mit Zeichnungen und gepressten Pflanzen angelegt. Am liebsten würden die Drittklässler das Projekt im nächsten Schuljahr wiederholen und sie bitten Projektleiterin Claudia Wiedling um wenigstens einem zusätzlichen Termin.

Im nächsten Jahr wird die derzeitige zweite Klasse mit der Erkundung ihrer natürlichen Umgebung beginnen.

Langfristig sollen alle Schüler der Geißbergschule innerhalb ihrer vier Grundschuljahre das Projekt durchlaufen, das vom Umweltministerium gefördert wird.

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