Baden gehen wird teurer

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Überwiegend Kinder gehen ins Hallenbad in Groß-Zimmern. Ab Januar steigen die Eintrittspreise.

Groß-Zimmern ‐ Das Groß-Zimmerner Hallenbad ist nicht besonders groß, aber bei vielen - auch über die Ortsgrenzen hinweg - sehr beliebt. Bisher war das Schwimmengehen hier auch relativ günstig. Das wird sich jedoch 2010 ändern. Von Gudrun Fritsch

Im Zuge der Haushaltskonsolidierung wurden die Freiwilligen Leistungen der Gemeinde auf den Prüfstand gestellt und bei den gemeindeeigenen Einrichtungen, allesamt Zuschussbetriebe, will man vor allem durch Preiserhöhungen die Kosten minimieren.

Klassenfahrten und Kinderladen werden weiter gefördert

Über die Liste mit „Maßnahmen zur Verminderung der Aufwendungen“ (wir haben berichtet) herrschte bei den Parlamentariern am Dienstagabend im Rathaus weitestgehend Einigkeit. Nicht gestrichen werden sollen die jährlich anfallenden 35 000 Euro für den Kinderladen Kinderfrei(t)räume. Den Antrag des Bürgermeisters unterstützten alle, die FDP enthielt sich der Stimme. Ebenso wurde mit dem Antrag der Grünen verfahren, die sich dafür eingesetzt hatten, dass es auch weiterhin 2 200 Euro jährlich als Zuschüsse für Klassenfahrten geben soll.

Nachdem mit den Stimmen von CDU und FDP die Hausaufgabenhilfe für Grundschüler ausländischer Eltern (Ersparnis 4 200 Euro) gestrichen wurde, plädierte Catrin Geier (SPD) dafür, auch die Kosten für den Weihnachtsschmuck komplett zu streichen. Bei den insgesamt 15 000 Euro, die bisher für Lichter und Weihnachtsbäume ausgegeben werden, sollten laut Liste 5 000 Euro eingespart werden, indem kein Baum mehr auf dem Roten Platz gestellt wird. Hier setzte sich der Listenvorschlag durch.

Rotstift bei Mehrzweckhalle, Bücherei und Bad angesetzt

Der Rotstift wurde auch bei der Mehrzweckhalle, der Gemeindebücherei, dem Jugendzentrum der Vereinsförderung und bei dem beliebten Hallenbad angesetzt. Radikal setzte sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Klaus Roth für eine komplette Schließung der Einrichtungen ein. „Was soll denn aus dem Personal werden“, fragte Bürgermeister Achim Grimm entsetzt und erhielt zur Antwort: „Entlassen oder Kurzarbeit“. Diese Position fand im Parlament keine weiteren Befürworter. Um die Eintrittsgelder anheben zu können, mussten die Regelwerke (Gebührensatzung, Entgeld- oder Benutzungsordnung) per Beschluss der Gemeindevertretung geändert werden. Gegen die Stimmen der SPD und bei einigen Enthaltungen wurden die Beschlussvorschläge (wir haben berichtet) angenommen. Im Hallenbad ändern sich also - ähnlich wie in den anderen Einrichtungen - ab 2010 die Eintrittspreise. Hier kostet die Einzelkarte künftig 3,50 statt bisher 2,50 Euro, Kinder zahlen 2 statt 1,25 Euro. Der Antrag der Grünen, eine Familienkarte für 7 Euro aufzunehmen, fand ebenfalls eine klare Mehrheit.

Wesentlich heftiger verliefen die Aussprachen zum Haushalt. Dass Satzung und -plan 2010 schließlich mit 19 zu 16 Stimmen eine Mehrheit fanden, lag wohl unter anderem auch daran, dass zwei der drei Grünen nicht anwesend waren und der dritte, Erich Keller, überraschend ein positives Votum abgab.

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