Friedensschule und „Pfiffikus“ freuen sich auf mehr Raum für die Betreuung

Bald alles klar für die „PäM“

Basteln, Spielen, Toben: die Kinder des Schülerladens „Pfiffikus“ beim Wurftraining mit ihren bunten Kastanien. Fotos (2): Friedrich

Groß-Zimmern (ula). „PäM“, das ist kein vollbusiger Serienstar. Die drei Lettern stehen für eine Betreuungs- und Qualitätsoffensive, die seit dem neuen Schuljahr 2011/12 auch an der Friedensschule begonnen hat.

Frühbetreuung, Mittagessen und ein vielfältiges AG-Angebot an zwei Wochentagen gehören zur „Pädagogischen Mittagsbetreuung“ (PäM) und sind erste Schritte auf dem Weg hin zur Ganztagsschule.

Ein Service, der „momentan erst in abgespeckter Form läuft“, so Schulleiter Axel Pucknat. Nur montags und donnerstags öffnet die Schule bis 15.15 Uhr, an den übrigen Tagen ist um 13.15 Uhr Schluss. Ab dem kommenden Schuljahr soll das Angebot für die gut 300 Schüler starke Grundschule deutlich ausgebaut werden. Rund 23 000 Euro hat das Land Hessen für das Betreuungs- und Bildungsprojekt in der Anfangsphase zur Verfügung gestellt – ein nicht allzu üppiger Betrag. Ab 2012 soll eine größere Summe fließen, um Personal zu finanzieren und die Arbeitsgruppen aufzustocken.

Gestemmt wird die PäM gemeinsam mit dem Kooperationspartner, dem Arbeitersamariterbund (ASB), der bereits als Träger der betreuenden Grundschule „Pfiffikus“ an der Friedensschule und drei weiteren Standorten agiert.

Beim Gelingen von PäM wirken jedoch viele Beteiligten mit. Vom Schulträger, dem Kreis Darmstadt-Dieburg, gab es eine Küchenausstattung, sodass mit dem Startschuss für PÄM ein Mittagessen in der neuen Schulmensa angeboten werden kann. Einige Lehrer des 21-köpfigen Kollegiums der Friedensschule bieten an den Nachmittagen Worksshops an. Doch auch auswärtige Anbieter vom Tanzschullehrer bis zu Sozialpädagogen und TV-Übungsleiter machen mit. Die vielen AGs decken ein breites Themenspektrum ab: Afrikanisches Trommeln, Handarbeiten, Französisch, Trompeten, Kindertanz und mehr können erlernt werden. 138 Teilnehmer haben sich bereits in den unterschiedlichen Kursen angemeldet.

Ganz oben auf der Hitliste rangieren dabei die Forscherwerkstatt, der Schachclub und Textiles gestalten.

Noch steckt das Ganztagsschulprogramm PäM in den Kinderschuhen und ist für berufstätige Eltern keine echte Alternative zur betreuenden Grundschule, die verlässliche Öffnungszeiten bis zum Spätnachmittag sowie Betreuung in der Ferienzeit und an den Brückentagen bietet.

Der Schülerladen Pfiffikus ist eine Elterninitiative, die 1998 mit 37 Schülern begann. Inzwischen ist Pfiffkus ein Erfolgsmodell. Allein 84 Friedensschüler besuchen die „Betreuende“, die inzwischen unter Trägerschaft des ASB steht. „Wir sind eine Institution“, sagt Bettina Feldhausen-Henz vom Pfiffikus-Vorstand. Wegen der besseren finanziellen Ausstattung ist der Betreuungsschlüssel im Schülerladen nämlich ein anderer. Trotz der zeitlichen Überschneidungen, die beide Betreuungsmodelle unter dem Dach der Friedensschule bieten, sind die jeweiligen Kindergruppen voneinander getrennt. „Das Geld kommt aus unterschiedlichen Töpfen“, erklärt Feldhausen-Henz, die auch für die Schülerbetreuung im Grundschulbereich zuständig ist. Doch es gibt einen gemeinsamen Nenner: Der ASB ist in beiden Projekten maßgeblich involviert und kann künftig eventuell behördlich verordnetes Kichturmdenken aufbrechen. Unterm Strich bleibt die Einsicht, dass der Weg zur Ganztagsschule auch eine Offensive ist, die Benachteiligung junger Menschen aus Familien mit geringem Einkommen anzugehen. Viele der 21 AGs sind für die Grundschüler kostenfrei. Und langfristig ist PäM eine Option für berufstätige Eltern, ihre Kinder ohne große Mehrkosten gut versorgt und sogar gefördert zu wissen.

Bereits jetzt bietet PäM den Service, den Vereine, Musik- und Ballettschulen für die Freizeitgestaltung von Kindern offerieren.

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