Bald mit eigenem Lärmmessmonitor

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Ralf Oesswein mit einer mobilen Lärmmessstation.

Groß-Zimmern (guf) ‐ „Der Lärm wird hier immer schlimmer“, meint Ralf Oesswein. Der SPD-Mann im Gemeindevorstand setzt sich seit Jahren für den Schutz vor lauten Fliegern ein und informiert über mögliche Entschädigungen.

Alle hören das nächtliche Brummen, aber es lässt sich nur schwer belegbar dokumentieren. Bereits 2007 hat die Fraport auf Antrag der Gemeinde vor Ort gemessen. „Die Belastung hat damals ergeben, dass die für 2014 angegebenen Grenzwerte bereits erreicht waren“, so Oesswein. Problem dieser Messungen war, dass die Einzelschallereignisse nicht eindeutig zugeordnet werden konnten und dass die Dokumentation recht teuer war. „Wenn man nicht nachweisen kann, woher der Lärm kommt, hat das natürlich auch keine Gültigkeit“, erklärt Oesswein.

Um aufzuklären und zu verstehen, aber auch um Grundlagen für Beschwerden zu schaffen, hat er sich kundig gemacht und sich im Gemeindevorstand dafür eingesetzt, dass Groß-Zimmern dem Verein Deutscher Fluglärmdienst (DFLD) beitreten soll. Das ist nun geschehen.

Lärm hat zugenommen

Vorteil dieser Mitgliedschaft, die jährlich 250 Euro kostet, ist, dass ein Lärmmessmonitor günstig für 2 300 Euro gekauft werden kann. Jede weitere mobile Messstation würde lediglich 600 Euro kosten. Die recht komplizierte Auswertung der Ergebnisse ist dann kostenfrei und kann bei Bedarf auch auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht werden.

Bei uns, am Roten Morgen, aber auch im Norden der Gemeinde sowie vor allem in Klein-Zimmern hat der Lärm zugenommen“, meint Oesswein. Er will nun Erkenntnisse sammeln über die scheinbar willkürlichen Veränderungen im Überflugverhalten, denn: „In der Diskussion um Flugrouten und -lärm werden viele Informationen geheim gehalten“, meint er und gibt an: „Nachts gibt es inzwischen wesentlich mehr Expressflüge“.

Oesswein bietet an, die mobilen Messstationen ehrenamtlich an möglichst drei Stellen im Ort zu betreuen.

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