Basis für die Kita

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Die Betonplatte für den Kindergarten auf dem Festplatz wurde gegossen.

Groß-Zimmern - Eigentlich sollte der Neubau für die Kindertagesstätte in der Angelgartenstraße schon etwas weiter sein. Aber bei Frost und Kälte waren Erdarbeiten für das rund 2,5 Millionen teure Projekt bisher nicht möglich. Von Gudrun Fritsch

Urlaubs- und witterungsbedingt mussten sich die Unternehmen auch im Februar gedulden. Doch jetzt geht es mit voller Kraft voran.

Für rund 2,5 Millionen Euro will die Kommune auf dem Festplatz nahe dem Jugendzentrum bauen, um das Kontingent an Kitaplätzen aufzustocken und ein serviceorientiertes Betreuungsangebot bereits für Windelträger einzurichten. Vier Gruppen für Kinder unter drei Jahren und zwei für über Dreijährige sollen dem hohen Bedarf an Betreuungsplätzen entgegen kommen.

Wie Bürgermeister Achim Grimm mitteilte, hat der Gemeindevorstand Ende Januar Anschlussaufträge für Heizungsanlage (120.000 Euro), Lufttechnik (64. 000 Euro) und Sanitärinstalltionen (85.000 Euro) vergeben. „Alle beauftragten Gewerke liegen in der vom Architekturbüro vorgelegten Kostenschätzung”, so Grimm.

Hiobsbotschaft vor einem Jahr

Jetzt ist der Frost hoffentlich vorbei und der Frühling - nicht nur in Person eines Wettermoderators - im Anmarsch.

Mitte dieser Woche standen die Betonmischer in der Angelgartenstraße Schlange. Über einen riesigen Rüssel wurde ihr Inhalt auf dem Festplatz entleert und floss in die zuvor für die Bodenplatte des Kindergartengebäudes verschalten Flächen.

Vor gut einem Jahr kamen Hiobsbotschaften bezüglich der urprünglich geplanten Finanzierung. Kreisbeigeordnete, Sozialdezernentin Rosemarie Lück teilte mit, dass für alle Gemeinden in Darmstadt-Dieburg nur noch 449.000 Euro bereit stünden. Da die Fördersystematik nicht funktionierte und in einigen Kommunen schon mehr als 35 Prozent der U3-Plätze geschaffen waren, reichte das Geld längst nicht für alle aus. Für 2013 rechnete Lück damals lediglich mit weiteren 1,11 Millionen Euro vom Land.

Die für die Genehmigung der Haushalte zuständige Kommunalaufsicht des Landkreises hatte Mitte 2012 einer Darlehensaufnahme für den Kitaneubau widersprochen, da in der Gemeinde „noch anderweitig liquide Mittel“ zur Finanzierung eingesetzt werden könnten. Zur Finanzierung des neuen Kindergartens hat der Gemeindevorstand dann die zu erwartenden Kosten und Einnahmen ermittelt, die sich für das Baugebiet „Im Schlädchen“ und für die umwidmung der Friedhofserweiterungsfläche in Bauland ergeben. Seit Ende August liegt im Rathaus zudem der Zuwendungsbescheid seitens der „Sozialen Stadt“ für 2012 vor. Zur Fortführung der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahmen wurden hier Zuwendungen in Höhe von 26.000 Euro bewilligt. Die Gemeinde beteiligt sich über die „Drittel-Förderung“ an den Kosten mit rund 89 000 Euro.

Neues Förderprogramm

Am Donnerstag unterbreitete der Gemeindevorstand im Haupt- und Finanzausschuss nun einen neuen Finanzierungsvorschlag. Laut Mitteilung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wurde aktuell ein neues Förderprogramm zum Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten gestartet. Demnach werden Maßnahmen zur Neuanschaffung und Sicherung von U3-Plätzen vom Bundesministerium für Familie mit einem günstigen Zinssatz von 0,1 Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren unterstützt.

Jeder neugeschaffene Betreuungsplatz für U3-Kinder könne mit 50.000 Euro finanziert werden. Die Gemeinde Groß-Zimmern würde für die 40 neuen Plätze ein Darlehen in Höhe von maximal zwei Millionen Euro erhalten.

Die Kommunalpolitiker sollten nun der für die Kreditaufnahme erforderlichen Nachtragshaushaltssatzung zustimmen.

Die meisten Ausschussmitglieder sahen dies jedoch sehr skeptisch. „Der Bund entzieht sich so seiner Pflicht und will uns ködern“, kritisierte Claus Rosendahl (SPD). Die Politiker gaben vorerst keine Empfehlung ab.

Die Gemeindevertretung tagt hierzu und zu anderen Themen am Dienstag, 5. März, um 20 Uhr im Rathaus.

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