Hoffest

Auf dem Bauernhof tobt das Leben

+
Die Hüpfburg war in diesem Jahr besonders toll. Das Bad im Stroh lud zum Springen ein.

Groß-Zimmern - Auch Wollschweine schwitzen - ebenso wie die Menschen haben sie sich in den letzten Wochen an die kühlen Temperaturen angepasst. Ihre Wolle kringelt sich durch die Feuchtigkeit zu kleinen Löckchen. Von Ulrike Bernauer 

Der Rummel auf dem Hof scheint ihnen hingegen weniger auszumachen. Bauer Klaus Mann feierte wieder sein Hoffest und am Samstag und Sonntag waren bei strahlendem Sommerwetter viele Besucher gekommen. Voll in ihrem Element waren vor allen Dingen die Kinder. Ihnen wurde viel geboten. gleich am eingang des Geländes stand eine große Hüpfburg, nicht aus Plastik und mit Luftgebläse, sondern mit viel Stroh gepolstert. Eine einladende Landschaft hatte Mann mit seinen Helfern aufgebaut und eine besondere Attraktion war es, von ganz oben herunter zu springen. „Wir haben unten ganz viel Stroh hingelegt“, verkündete ein Junge stolz, „da berührt man gar nicht mehr den Boden.“ Johanna (4) hatte die Hüpfburg schon hinter sich gelassen.

Viele Besucher des Hoffestes wollen die leckeren landwirtschaftlichen Produkte gleich kosten.

Sie war fasziniert vom Bad in Gänsefedern und vergrub sich komplett im flauschigen Weiß. Auch Elena und Luise fanden es toll, die Federn in die Höhe zu werfen. Wolfgang Beer, Vater von Johanna, war begeistert von dem Fest. „Mit den Tieren und vielen Spielmöglichkeiten ist es toll für die Kinder“, Landwirtschaftliche Produkte hat Beer noch nicht eingekauft. „Wir leben selber auf dem Land und kaufen beim Bauern im Ort.“ Thomas Dreier sägte zusammen mit Maximilian (4) ein Stück von einer Pappel ab. Er kommt aus Reinheim und hat vom Fest durch den Opa erfahren. Die große Zweimannsäge hat es Maximilian angetan und er kommt gut ins Schwitzen.

Marie (10) stand daneben, sie hatte ihr Pappelstück schon vorher abgesägt und schleifte es jetzt sauber. „Ich will daraus einen Stuhl bauen“, erklärte sie. Holz konnte man auch noch bei Schreiner Wolfgang Rupp aus Griesheim bearbeiten. Um den Arbeitstisch drängelten sich nicht nur Kinder. „Die Kleinen können hier die Werkzeuge ausprobieren, aber meistens machen es die Väter. Die schneiden sich dabei auch mal in den Finger“, berichtete Rupp. Den Schreiner hat Bauer Mann eingeladen, „wir kennen uns schon lange.“ Auch die Kollegen vom Klein-Zimmerner Birkenhof und eine Korbflechterin waren wieder mit Produkten oder Arbeitsproben dabei und etliche neue Ausstellermachten mit. Angeboten wurden natürliche Erzeugnisse: feine Marmeladen konnte man kaufen und Pflanzen. „Mir ist wichtig, dass die Aussteller Wert legen auf Altes und Gutes“, sagte Mann und reute sich über den regen Zulauf beim Fest. „Vielleicht ist es morgen ein bisschen kühler. Dann essen die Leute mehr und stellen fest, wie gut das Fleisch von Tieren schmeckt, die gut und natürlich gehalten werden.“ sagte er am Samstag.

Wollschweine am besten

Monika Kubal aus Reinheim gefielen die Wollschweine am besten. „Ich esse gleich noch eine Wurst, um das Fleisch mal zu probieren.“ Mit Marmelade und Honig hatte sie sich schon eingedeckt. Zuletzt wollte sie noch Landwirtschaftliche Produkte des Hofes kaufen. „Ich finde es toll hier. Das Wetter passt, die Musik ist gut und die Enkelkinder hüpfen begeistert auf dem Trampolin.“

Rund 30 Kinder nahmen am Zeltlager teil. „Im letzten Jahr waren es einige mehr“, sagte Lena Mann, die älteste Tochter des Bauern, als sie die Kinder um sich versammelt hatte. „Wir machen jetzt erstmal eine Rallye über den Hof, dann füttern wir die Gänse. Es wird gebastelt und am Abend gibt es ein Lagerfeuer. Morgen folgt unter anderem ein Brennballspiel.“ Um 10 Uhr wurden die Kinder am Sonntag abgeholt. Aber fast alle blieben dann noch ein bisschen und probierten all die schönen Sachen aus, zu denen sie am Abend zuvor nicht mehr gekommen sind.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare