Baumbestattungen bald auch in Zimmern?

Groß-Zimmern - Vor einigen Jahren wurde in der Gemeinde intensiv darüber diskutiert, ob die Erweiterungsfläche des Friedhofs eventuell verkauft und bebaut werden könnte. Diese Diskussion wird nun wohl nicht wiederbelebt, denn zur Zeit sind sich alle Fraktionen einig darin, dass dort kein Bauland entstehen soll. Von Gudrun Fritsch

Thema ist der Friedhof allerdings sowohl heute Abend im Planungs- und Umweltausschuss (PU) als auch in der Gemeindevertretersitzung am Dienstag, 17. März.

Planer Michael Reitzel hat den Kommunalpolitikern Ende 2008 ein Konzept für die Neugestaltung der Erweiterungsfläche vorgestellt (wir haben berichtet). Nach ausgiebiger Beratung nehmen die Fraktionen nun hierzu Stellung, um kommende Woche darüber zu beschließen.

Ein Hektar auf Vorrat, so viel wird bei aktuellem Bestattungsverhalten nicht mehr benötigt. Derzeit sind auf dem Friedhof 2,4 Hektar belegt, Schätzungen zufolge werden nicht mehr als 2,75 Hektar gebraucht. Auf dem bisher ungenutzten Areal liegt Bauschutt, und zunächst war unklar, wie problembeladen dieser ist - insbesondere im Hinblick auf eine Wohnbebauung. Inzwischen ist der Boden untersucht worden und es gab eine Entwarnung.

Jetzt geht es im Wesentlichen darum, den Teil der Erweiterungsfläche, die nicht für Einzel-, Reihen-, Wiesen- und Urnengräber und für die Verlagerung des gärtnerischen Betriebshofs vorgesehen ist, zu gestalten.

In einer Stellungnahme hat die SPD-Fraktion die Parkanlage bereits als „Ruhefried“ deklariert (der LA berichtete). Ein etwas nebulöser Begriff, aber Fraktionsvorsitzender Dieter Hader erklärte „Ruhefried“ sei angelehnt an den Begriff Friedwald, der jedoch markenrechtlich geschützt und nicht beliebig verwendbar sei. „Wir meinen damit ein Areal für Urnenbestattungen unter Bäumen, so wie Dieburg es seit einigen Monaten auf seiner Friedhofserweiterungsfläche anbietet.“

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Marianne Streicher-Eickhoff, findet diese Idee nicht schlecht. Kritisch sehen die Grünen jedoch das von Reitzel vorgestellte Grabkammernsystem für konventionelle Sargbestattungen. Die Kosten hierfür seien zu hoch. Mit einer Parkanlage kann sich Klaus Roth, Fraktionsvorsitzender der FDP, anfreunden. Sie für Baumbestattungen zu nutzten findet er jedoch nicht in Ordnung. „Fachfirmen raten davon ab“, argumentiert er.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Janek Gola will die Erweiterungsfläche in drei Abschnitte unterteilt sehen. Einer soll mit Wiese und Bäumen als „Ruhefried“ dienen, auf dem mittleren soll ein Weg in Nord-Süd-Richtung verlaufen und für eventuell weitere Gräberfelder belassen werden, und auf der dritten Teilfläche könnte eine Wiese angelegt und unterhalten werden. Der Betriebshof soll nach Vorstellung der CDU - unter Beibehaltung des Grünstreifens - an den bisher verschlossenen Eingang am Otzbergring verlegt werden. Auf dem derzeitigen Betriebshof-Gelände könnten dann weitere Stellplätze entstehen.

„Grundsätzlich gilt es, eine Diskussion über die Größe der Gräber, Ruhefristen und die Gestaltung von Urnenwänden zu führen. Über eine Notwendigkeit der Ausweisung von Flächen für Angehörige anderer Religionen ist ebenfalls zu befinden“, schreibt Gola in seiner Stellungnahme abschließend.

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