Bauwagen in frischen Farben

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Über den frisch gestrichenen Bauwagen freuen sich die Kinder in der Klein-Zimmerner Blumenstraße.

Klein-Zimmern - Rechtzeitig zum Jubiläumsfest erstrahlen die beiden Bauwagen, die den Kindergartens Blumenstraße komplettieren, in frischen, bunten Farben. Seit 40 Jahren gibt es den Kindergarten, ein Grund, ordentlich zu feiern. Von Ulrike Bernauer

Für Samstag, 2. Juni, lädt der Gemeindekindergarten von 14 bis 18 Uhr zum Sommerfest ein. Ein buntes Programm erwartet die Besucher. Eine Tombola lockt und eine Rollenrutsche. An einer Schatzsuche können sich die Kinder beteiligen, zudem wird es eine Bastelecke und einen Schminktisch geben. Die Kinder freuen sich schon auf die märchenhafte Modenschau, sie dürfen nämlich verkleidet kommen. Märchen werden natürlich auch vorgelesen. Mit Eis, Kaffee, Kuchen und Pizza ist zudem gegen knurrende Magen bestens vorgesorgt.

Es hat sich einiges verändert in 40 Jahren. Nicht nur an den beiden Bauwagen, die auf Initiative von Liane Sachs, Mutter eines Kindergartenkindes, mit einigen Eltern, aber auch den Ortshausmeistern neu gestrichen und mit bunten Bildern versehen wurden. Zwei Gruppen hatte der Kindergarten in früheren Jahren, seit November 2011 sind es drei Gruppen. Leiterin war zu Beginn Ingeborg Herzbach, insgesamt waren zwei Ganztags- und zwei Halbtagskräfte angestellt. Geöffnet war damals von 8 bis 12 und von 13.30 bis 16 Uhr.

Pädagogisches Konzept hat sich geändert

Heute sind die Pforten von 7.15 bis 13 und von 13.30 bis 16 Uhr geöffnet. Aber auch das wird sich bald ändern. Ab August können die Kinder von 7.15 Uhr bis 15 Uhr durchgehend im Kindergarten zusammen spielen.

Geändert hat sich aber vor allem das pädagogische Konzept, nicht nur im Kindergarten Blumenstraße. Grundsatz war es früher, die Kinder nach Alter getrennt Gruppen zu erziehen und nicht wie heute, wo die Jüngeren von den Älteren lernen. Für das Freispiel stand den Kleinen nur der Gruppenraum zur Verfügung, in den Garten sowie in den Turnraum ging man gemeinsam. Auf den Tischen im Gruppenraum lagen Tischdeckchen, die mit Vasen dekoriert waren und es gab einen Schreibtisch für die Erzieherinnen. Partnerschaftlicher Umgang mit den Eltern war ein Fremdwort.

Zu viele über Dreijährige

Aktionen, wie sie heute vom Kindergarten durchgeführt werden, beispielsweise der Besuch der Schule, um die älteren Kinder schon mal an die baldige neue Umgebung zu gewöhnen, oder die Fahrt mit dem Bus zum Eisessen nach Dieburg, waren undenkbar. Unvorstellbar war es damals wohl auch, Kinder aufzunehmen, die jünger sind als drei Jahre. Momentan sind diese Kleinsten allerdings in der Blumenstraße auch nicht vertreten. Es gibt zu viele über Dreijährige, deshalb können zurzeit keine Jüngeren aufgenommen werden. Weil in den Groß-Zimmerner Kindergärten Platzmangel herrscht, kommen auch viele von der anderen Seite der Gersprenz. herüber. Kindergartenleiterin Susan Oswald ist zufrieden mit „ihrem“ Kindergarten. „Wir haben ein tolles Team und ich wünsche mir, dass das so bleibt und dass sich die Kinder, aber auch die Eltern, weiterhin hier gut aufgehoben fühlen.“

Mit etwas Sorge betrachtet Oswald den Trend, dass an den Kindergarten immer mehr Ansprüche gestellt werden. So manche Eltern wünschen sich noch mehr Lernangebote bereits für die Kleinsten. Oswald befürchtet, dass der Freiraum für die Kinder so künftig immer mehr eingeschränkt wird.

Einen Wunsch gibt es dann doch noch, den Oswald hat. Der Container, der zurzeit die dritte Gruppe beherbergt, soll entweder bleiben oder durch einen festen Anbau ersetzt werden. „Wir benötigen den Container nicht nur als Gruppenraum, sondern auch den Ruheraum, in den man sich mal mit einer kleinen Gruppe von Kindern zurück ziehen kann.“

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