Freilandgeflügelhof Mann

Ferienspiele Groß-Zimmern: Kinder zu Gast bei Wollschwein, Nandu und Co.

Katrin Mann (links vorn), jüngste Tochter auf dem Hof, führte die Ferienspielkinder nebst Teamern und Jugendpfleger Markus Pcszolla.
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Katrin Mann (links vorn), jüngste Tochter auf dem Hof, führte die Groß-Zimmerner Ferienspielkinder nebst Teamern und Jugendpfleger Markus Pcszolla über das Gelände.

Im Rahmen der Groß-Zimmerner Ferienspiele besuchen 20 Kinder den Freilandgeflügelhof von Bauer Mann und lernen dort neben einer Vielzahl von Tieren auch das pralle Landleben kennen.

Groß-Zimmern – Das pralle Landleben erfahren und dabei Gänse schreien, Schweine grunzen sowie Nandus scharren hören und sehen konnten jetzt 20 Kinder der Groß-Zimmerner Sommerferienspiele bei Bauer Mann. Katrin Mann, jüngstes von vier Kindern von Landwirt Klaus Mann, oblag eine abwechslungsreiche und sehr informative Führung, die sie überaus kindgerecht aufzubereiten wusste.

Der Freilandgeflügelhof an der Brunnerstraße, am Ortsrand Zimmerns Richtung Dieburg gelegen, hat aber auch einiges zu bieten – wahrlich nicht nur Geflügelgeschnatter. Und so war die Schar munterer Kinder, die mit Jugendpfleger Markus Pcszolla und Teamern per Fahrrad angeradelt kam, gleich hellauf begeistert und nicht leicht zu bändigen für die Begrüßung, lockten doch rundherum ganz ungewohnte Sehens- und „Hörens“-würdigkeiten. Aber schnell hatte Katrin Mann die Truppe in ihren Bann gezogen, konnte sie doch beredt schon mal von den vielen Tieren berichten, die man gleich aufsuchen werde. Und auch von der Strohburg, auf der man nicht nur hüpfen kann.

Freilandgeflügelhof Mann in Groß-Zimmern: Ferienspielkinder bestaunen exotische Nandus

Erster Stopp, der sich an die vermittelten Verhaltensregeln („Auf die Traktoren achten, den Gänsen nicht zu nahe aufs Federkleid rücken ...“) anschloss, war am Nandu-Gehege. „Das sind die kleinen Geschwister vom großen Strauß“, machte die Bauerstochter, die bald ihr Abitur an der Dieburger Alfred-Delp-Schule ablegen wird, die Kinder mit den staksenden Laufvögeln bekannt. Rund ein Dutzend der ursprünglich aus Südamerika kommenden Nandus lebt seit zwei Jahren auf dem Hof. „Und solange warten wir auch auf Nachwuchs, der sich aber nicht einstellen will“, erzählte die Führerin. Dies, obwohl die Hennen doch brav Eier legten. Und auf Nachfrage eine wissbegierigen Mädchens lieferte Katrin Mann auch verschmitzt die Antwort: Der Hahn sei bei diesen Vögeln zuständig fürs Ausbrüten der Eier: „Aber unserer ist wohl noch zu jung und unerfahren. Der hat’s noch nicht kapiert und keine Geduld. Er sitzt viel zu kurz auf dem Nest.“ Weil dem so ist, wird aber auch kein Ei zum Verzehr verkauft oder im Hofgarten angeboten, es könnte ja schon angebrütet sein. Aber wenigstens ausgeblasen gelangen die großen Kalkschalgebilde in den Handel.

Was Nandus fressen, wollten die Kinder wissen, und beim Gang vom Gehege zu den Schweinestallungen konnte Katrin Mann gleich einen Bogen zum Borstenvieh, den Ziegen und auch Gänsen schlagen: Nandus sind wie fast alle anderen Tiere des Hofes Allesfresser. Sie bevorzugen breitblättrige Pflanzen, fressen aber auch Samen, Früchte, Wurzeln, Insekten und kleine Wirbeltiere.

Ein fröhliches Gemecker gab es für die Ferienspielkinder bei den neugierigen Zicklein auf dem Freilandgeflügelhof der Manns in Groß-Zimmern zu hören.

Ausflug der Ferienspielkinder: Wollschweine auf Groß-Zimmerner Bauernhof sorgen für Spaß

Lehrreich auch die schweinische Visite: Hatten Manns früher bereits einmal eine kleine Schweinezucht neben den Gänsen, so war das Gegrunze lange Zeit verstummt auf dem Geflügelhof. Erst seit knapp drei Jahren gibt es wieder Ferkeleien satt. Bauer Mann verlegte sich dabei aufs Wollschwein, besser auf das Mangalitza. Es repräsentiert die einzige einheimische ungarische Schweinerasse, deren lockig-borstiges Fell charakteristisch ist. Auch ein paar Iberico-Schweine tummeln sich in den Freilandstallungen, deren Fleisch mit unverwechselbarem nussigen Geschmack als Delikatesse gilt.

Davon wollten und sollten die Kinder freilich nichts hören, als sie vor allem an den Nachzuchtställen den Ferkeln beim munteren Treiben zuschauten. Und füttern durften sie das Borstenvieh, das lange bei Bauer Mann verweilen darf. Immerhin bis zu zwei Jahren braucht es, bis die nicht gemästeten Tiere das richtige Gewicht für die leckere Fettschicht auf den Rippchen haben.

Ferienspiele Groß-Zimmern: Familie Mann klärt Kinder über artgerechte Tierhaltung auf

Weiter ging es zur Hauptbevölkerung des Hofes, den Gänsen. Wie viele bei Manns schnattern – wer vermag dies zu sagen. Die Führerin hielt sich bei dieser Frage zurück, sagte aber: „Eine artgerechte Tierhaltung ist uns sehr wichtig. Die Tiere sind jeden Tag auf unseren Wiesen unterwegs. Sie werden mit Rüben, Luzerne und Getreide naturgefüttert.“ Und davon konnten sich die Kinder auch reichlich überzeugen bei Abstechern zu Rind, Zicklein, Pute und Streichelhäschen. (Thomas Meier)

Bereits in vergangenen Jahren hatten neugierige Besucher aus Groß-Zimmern und der Region die Möglichkeit, den Bauernhof von Familie Mann im Rahmen von Hoffesten zu bestaunen.

Statt traditionellem Hoffest locken offene Wochenenden bis Ende September zu Bauer Mann

Für viele Ferienspielkinder eröffnete sich auf dem Hof von Bauer Mann eine ganz neue Welt. Denn auch wenn sie aus Groß- oder Klein-Zimmern kommen, so sind doch viele von ihnen im Rhein-Main-Gebiet eher Stadt- als Landkinder. Doch waren unter den 20 jetzt auch eine Handvoll, für die es nicht die erste Visite an der Brunnerstraße war. Sie erinnerten sich an Besuche mit Eltern oder Großeltern zum Hoffest, das eigentlich im vergangenen Jahr zum 40. Mal steigen sollte, doch Corona zum Opfer fiel. Zwei Tage öffnen Manns zum Fest ihren Hof, der in fünfter Generation von der Familie bewirtschaftet wird, und bieten Besuchern einen Blick hinter die Kulissen. Für das leibliche Wohl ist stets gesorgt und mit Attraktionen wie dem großen Bauernmarkt mit regionalen Produkten, Treckerfahrten, der Strohburg, dem Tierefüttern und live Musik wird für die ganze Familie eine schöne Zeit auf dem Hof garantiert.

Doch auch in diesem Jahr wird es nichts mit dem Fest, das traditionell am ersten Wochenende im September Anziehungspunkt für Interessierte aus dem ganzen Umland ist. Stattdessen laden Manns an jedem Sonntag bis Ende September von 12 bis 16 Uhr ein. Sie zeigen den Hof mit seinen Tieren. Zudem wird es einen kleinen Verkauf von Bettfedern, Eiern, Marmeladen und Honig geben. Also noch genügend Möglichkeiten, bei Nandu und Wollschwein vorbeizuschauen.

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